NEWS Gesundheitsserie, Teil 7: Was tun bei fehlenden Zähnen? - Alles über Zahnersatz

NEWS Gesundheitsserie, Teil 7: Was tun bei fehlenden Zähnen? - Alles über Zahnersatz © Bild: Roman Zach-Kiesling

Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln, welche im Kiefer befestigt werden. Die meisten Implantate werden aus körperverträglichem medizinischem Titan gefertigt. Auf Wunsch können wir Ihnen auch ein Implantat oder mehrere Implantate aus Zirkoniumdioxid einsetzen. Bei Zahnlosigkeit oder Zahnlücken stellen Implantate die beste und modernste Behandlungsmöglichkeit dar.

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Was ist ein Zahnimplantat?
Ein Zahnimplantat ist eine in den Kiefer eingesetzte Ersatzzahnwurzel, welche meist aus einer Titanlegierung, manchmal auch aus Keramik besteht. Oft wird auch der darauf befestigte Ersatzzahn als Implantat bezeichnet, eigentlich ist dies jedoch falsch. Zahnimplantate können nicht nur künstliche Zähne tragen, sondern auch als Haltestruktur für eine Prothese oder eine Brücke dienen.

Einsetzen von Zahnimplantaten
Bevor ein Zahnimplantat eingesetzt werden kann, muss eine gründliche Untersuchung des Kiefers erfolgen. Bei einer hartnäckigen Zahnfleischentzündung oder bei zu wenig intakter Knochensubstanz können Zahnimplantate nämlich oft nicht eingesetzt werden. Vor allem im hinteren Oberkiefergebiet ist der Knochen häufig recht schwach. Gegebenenfalls müssen die Bereiche saniert werden, bevor das Implantat hineinoperiert werden kann. Eine Knochenverstärkung kann z.B. durch eine Transplantation von körpereigenem Knochengewebe, einen sogenannten Sinuslift (Anhebung von Kieferknochenarealen) oder einen Kunstknocheneinsatz vonstatten gehen. Nach dem Verlust eines Zahnes sollte eine Zeit lang gewartet werden, bis ein Zahnimplantat gesetzt wird, da der Knochen in die durch den Zahn hinterlassene Lücke wandern muss und sich erst noch verstärken muss. Ausnahme ist die sogenannte Sofortimplantation, die zwar einen schnellen Zahnersatz bringt, aber eine erhöhte Gefahr des Verlustes aufweist. Nach diesen Vorbereitungsschritten betäubt der Zahnarzt den Kiefer meist mit einer Spritze und fängt an, ein entsprechendes Loch in den Knochen zu bohren.

Manchmal wird auch eine Vollnarkose eingeleitet, um den Eingriff durchführen zu können. Nach dem Bohren kann das Zahnimplantat hineingesteckt oder hineingeschraubt werden. Es werden hierfür verschiedene Formen hergestellt, beispielsweise schraubenförmige, zylinderförmige, konusförmige oder breite blattförmige Zahnimplantate. Je weiter das Implantat in den Knochen hineingesetzt wird, desto stabiler ist es. Das Zahnfleisch wird nach dem Einstecken vernäht. Nach der Operation beginnt das Knochengewebe, das Zahnimplantat fest zu umhüllen. Dieses Einwachsen nennen Fachleute Osseointegration, der Vorgang dauert einige Monate bis zu einem halben Jahr.

Sobald das Implantat fest ist, kann die jeweilige Zahnersatzart, also die Krone, Brücke oder Prothese, darauf fest aufgesetzt werden. Manchmal wird auch ein spezieller Steg auf mehreren Implantaten befestigt, um eine Prothese besser einsetzen zu können.

Vorteile der Zahnimplantate
Ein Implantat besitzt große Vorteile z.B. gegenüber einer herausnehmbaren Prothese. Die Lebensdauer eines einzelnen Implantat-Zahnersatzes ist in der Regel sehr lang, es wird berichtet, dass nach fünf Jahren im Durchschnitt noch etwa 85 bis 90 Prozent der Kunstzahnwurzeln intakt sind. Der Biss ist erheblich stärker als mit einer Prothese. Ein weiterer Schwund des Kieferknochens ist bei einem Implantat nicht zu erwarten, und auch die natürlichen Zähne werden dadurch nicht geschädigt. Eine Prothese kann erheblich beim Sprechen stören, was bei einem Implantat nicht der Fall ist.

Nachteile von Zahnimplantaten
Demgegenüber gibt es auch einige Nachteile, die bei einem Implantat auftreten können. Es beginnt mit den Operationsrisiken; hier können sich unter Umständen schwerwiegende Entzündungen, Nervenschädigungen mit Taubheitsgefühl oder ein Abstoßen des Zahnimplantats durch das Knochengewebe ergeben.

Bei zu tiefem Hineinbohren in den Oberkiefer kann es zu Problemen, z.B. Infektionen, in der Kieferhöhle kommen. Des Weiteren kann der Zustand nach der Operation schmerzhaft und unangenehm sein. Die Operationsprobleme sind verstärkt bei Allgemeinerkrankungen wie z.B. Diabetes zu erwarten. Das Einsetzen eines Implantats ist im Übrigen relativ kostenintensiv, und auch bei Misslingen des Eingriffs muss der Patient dies bezahlen, außer bei Fehlern des Zahnarztes.

Erfahrung ist zentral
Hier spielt wiederum die Erfahrung des Zahnarztes mit solchen Operationen eine Rolle. Wer Zahnimplantate trägt, muss besonders in der Zeit nach dem Eingriff auf eine angemessene regelmäßige Mundhygiene achten, da es ansonsten zu schwerwiegenden Problemen wie Parodontitis kommen kann, bei der der künstliche Zahn möglicherweise verloren gehen kann. Eine spezielle Entzündung, die am Implantat entstehen kann, nennt man Periimplantitis; auch hierdurch ist der Zahnersatz gefährdet.

Weiterhin kann Rauchen die Haltbarkeit des Implantats stark herabsetzen, daher sollte vor allem nach frischer Einsetzung auf Zigaretten verzichtet werden. Eine regelmäßige Zahnarztkontrolle ist bei einem Zahnimplantat ebenfalls notwendig.

Die häufigsten Fragen zu Implantaten und die besten Antworten:

Ist das Einbringen eines Zahnimplantates schmerzhaft?
Der Eingriff erfolgt nach der Schmerzausschaltung durch die lokale Betäubung, im Dämmerschlaf (Sedierung) oder auf Wunsch in Vollnarkose.

Wie lange hält ein Implantat?
Ein Implantat kann ein Leben lang halten. Voraussetzung ist die verlässliche Mitarbeit des Patienten. Implantate müssen wie die eigenen Zähne - oder besser noch mehr als diese - gepflegt werden. Ohne gewissenhafte und gründliche Mundhygiene macht eine Implantatlösung langfristig wenig Sinn.

Wie lange dauert das Einbringen eines Implantates?
Ein Standardeingriff dauert einschließlich Vorbereitung und anschließender Kontrolle etwa eine Stunde. Werden mehrere Implantate gesetzt, verlängert sich die Dauer der OP. Die exakte Zeit hängt jedoch von der Ausgangssituation ab.

Was kostet ein Implantat?
Die Kosten sind abhängig von der Ausgangssituation, z. B. Knochenqualität, Anzahl der Implantate die gesetzt werden und von der geplanten prothetischen Versorgung. Knochenaufbauende Maßnahmen erhöhen die Gesamtkosten. Eine verbindliche Aussage kann ohne Untersuchungsergebnisse nicht erteilt werden und würde der Beratung durch einen Arzt oder der eines zahntechnischen Labors vorgreifen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ein Zahnimplantat?
Private Krankenkassen zahlen je nach Versicherungsbedingungen, in Einzelfällen die gesamten Kosten. Die gesetzlichen Versicherungen übernehmen die Beträge entsprechend der festgelegten Fallpauschalen.

Kann ein Implantat vom Körper abgestoßen werden?
Es sind keine allergischen Reaktionen bzw. auf diesen begründete Abstoßungen bekannt. Gehen Implantate verloren, so geschieht dies in den meisten Fällen während der Einheilungszeit. Zu frühe oder falsche Belastung in dieser Zeit, kritische Knochensituation oder Fehlplanung sowie mangelnde Mundhygiene sind Gründe für einen Implantatverlust. Mit einer Erfolgsquote von bis zu 98 % ist die Implantologie in der modernen Zahnheilkunde ein anerkanntes Therapieverfahren.

Gibt es Alternativen zu Zahnimplantaten?
Die klassischen Formen des herkömmlichen Zahnersatzes wie Brücken, Kronen auf beschliffenen Zähnen und schleimhautgetragenen Prothesen sind bekannte Alternativen. Das Beschleifen von kariesfreien Zähnen wird insbesondere bei jungen Patienten kritisch gesehen. Um nur einen verloren gegangenen Zahn durch eine konventionelle Brücke zu ersetzten, müssen mindestens zwei gesunde, kariesfreie Zähne beschliffen werden. Die Folge ist ein irreparabler Substanzverlust. Implantatgetragene Einzelkrone und Brücken sind mit einem chirurgischen Eingriff verbunden, bieten jedoch eine substanzschonendere Variante. Die Entscheidung gegen die konventionelle und für die implantatgetragene Therapieform kann erst nach eingehender Beratung mit dem Zahnarzt erfolgen.

Lohnen sich Implantate?
Für den Patienten stellt sich die Frage, wie viel Geld er für seine „Dritten“ ausgeben möchte. Zudem ist eine Behandlung mit Implantaten immer mit einem chirurgischen Eingriff verbunden. Die Vorteile von Implantaten dürften jedoch überzeugen: Patienten, die nach langjähriger Zahnlosigkeit wieder fest zubeißen möchten oder die durch das Tragen von Prothesen schmerzhafte Druckstellen besitzen, werden in der Regel von den Tragekomfort und der neu gewonnen Lebensqualität überzeugt.

Welche Auswirkungen haben klassische Brücken und Prothesen auf den Knochen?
Beim Einsatz von Brücken wird gesunde Substanz durch Beschleifen der Nachbarzähne geopfert. Die Lücke in der Zahnreihe wird durch ein Zwischenglied geschlossen. Die Zahnwurzel selbst wird nicht ersetzt. Dem Kieferknochen fehlt der von der Wurzel übertragene Kaudruck. Diese natürliche Belastung stimuliert den Knochen normalerweise zur Regenerierung. Fehlt die Belastung, bildet sich der Knochen im Laufe der Zeit zurück.

Rein schleimhautgetragene Prothesen führen aus demselben Grund zu Knochenschwund, der sogenannten Atrophie. Aufgrund des Knochenabbaus muss über einen längeren Zeitraum die Prothese immer wieder korrigiert werden. Die Folge ist oft unbefriedigend sitzender Zahnersatz, der viele Prothesenträger in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt.

Kann eine Implantatbehandlung unter Vollnarkose erfolgen?
Für eine Vollnarkose müssen die entsprechende Einrichtung und Fachärzte für Anästhesie zur Verfügung stehen. Der Patient wird über das Monitoring durch den Anästhesisten überwacht.

Müssen Zahnimplantate gepflegt werden?
Wie eigene Zähne müssen auch implantatgetragene Zähne gründlich gepflegt werden. Ärzte, die Implantate versorgen bieten oft eine spezielle Implantatprophylaxe zur Pflege und Reinigung der Implantate und der Zähne an.

Welche Materialien werden bei Zahnimplantaten verwendet?
Titan wird seit mehr als 30 Jahren in der dentalen Implantologie eingesetzt und hat sich als biokompatibles, verträgliches und sicheres Material erwiesen. Allergische Reaktionen sind nicht bekannt. Mit besonderen Implantatoberflächen lässt sich die Einheilzeit der Implantate verkürzen. Neueste Entwicklung ist eine aktive Oberfläche, die den initialen Heilungsprozess beschleunigen soll.

Ist eine besondere Ernährung erforderlich?
Mit Implantaten kann ein Patient in der Regel wieder fest zubeißen, wieder essen worauf er Lust hat. Vorteil: Er kann sich wieder ausgewogen und abwechslungsreich ernähren.

Können auch Diabetiker mit Zahnimplantaten versorgt werden?
Voraussetzung ist die enge Zusammenarbeit und der Austausch mit dem Hausarzt. Patienten müssen selbstverständlich richtig eingestellt sein.

Schadet rauchen den Implantaten?
Starkes rauchen kann den langfristigen Erfolg einer Implantatlösung gefährden. Besonders während der Einheilung wird rauchen sehr kritisch gesehen.

Sind mehrere Implantate günstiger?
Der Aufwand für Diagnostik und das genutzte Instrumentarium für das Setzen eines oder mehrerer Implantate ist ähnlich. Insofern sind die Kosten für mehrere Implantate günstiger als die Summe entsprechender Einzeleingriffe.

Wie viele Implantate braucht man für die Fixierung einer Prothese?
In den meisten Fällen werden vier 4 Implantate beim zahnlosen Kiefer gesetzt. Diese Anzahl entspricht einer anerkannten Empfehlung der deutschen Gesellschaft für Zahnheilkunde (DGZMK). Auf einer Lösung mit zwei Implantaten lässt sich eine Prothese auch stabilisieren, eine rein implantatgetragenen Prothese mit höherem Tragekomfort lässt sich jedoch auf vier Implantaten besser realisieren. Ist eine festsitzende, nicht herausnehmbare Zahnreihe geplant, werden in den meisten Fällen 6 Implantate im Unterkiefer und 8 im Oberkiefer empfohlen. Die genaue Anzahl kann ein Arzt erst nach ausführlicher Diagnose vorschlagen.

Wie lange muss das Implantat einheilen, bevor die neuen Zähne fixiert werden können?
Dies hängt immer von der Situation des Patienten ab. In der Regel kann mit einer Einheilzeit von acht bis zwölf Wochen gerechnet werden. In besonderen Fällen können Implantate früh, also schon während der Einheilung versorgt bzw. belastet werden.

Braucht man für jeden verlorenen Zahn ein Implantat?
Eine prothetische Planung kann auch vorsehen, dass ein Implantat mehrere Zähne trägt. Die Anzahl der Implantate bestimmen Größe der Lücke, Knochenqualität und mögliche Position der Implantate. Das geplante Behandlungskonzept – festsitzender oder herausnehmbarer Zahnersatz entscheidet ebenfalls über die Zahl der Implantate.

Haben Sie weitere Fragen zu Zahnpflege und Zahnersatz?
Dann schreiben Sie dem Internet-Doc. Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn

Die ganze Story finden Sie im aktuellen NEWS.

Quelle: Redaktion/ implantat-berater.de, chirurgie-portal.de