NEWS zu Gast beim Superrussen Deripaska:
"Wir haben enormes Wachstumspotenzial"

Über russische Ambitionen und seine Zukunftspläne PLUS: Das Exklusiv-Interview mit dem Multimilliardär

NEWS zu Gast beim Superrussen Deripaska:
"Wir haben enormes Wachstumspotenzial"

Der Ort hätte passender nicht gewählt werden können. In Sochi, dem Olympiaaustragungsort der Winterspiele 2014, traf NEWS den öffentlichkeitsscheuen Oligarchen Oleg Deripaska. Während die Sicherheitsleute vor den Toren bei 30 Grad im Schatten schwitzen, ist das Hotel Rodina, übrigens die einzige Luxusherberge der 400.000-Seelen-Stadt, angenehm gekühlt.

Das Haus, in dem sich einst Sowjetheld Juri Gagarin vom ersten Weltallausflug eines Menschen erholte, ähnelt heute einem Palast. Direkt am Schwarzen Meer gelegen, bietet es einer betuchten Klientel jeglichen Komfort für gut 700 Euro pro Nacht. Sein Besitzer: Oleg Deripaska, 39.

Der Hausherr, zuletzt auf ein Vermögen von 16,4 Milliarden Euro taxiert und damit zum reichsten Russen erklärt, lächelt zur Begrüßung gut gelaunt: "Willkommen in der wichtigsten Stadt Russlands für die nächsten sieben Jahre." An seiner Seite: Bautycoon und Strabag-Gründer Hans Peter Haselsteiner.

Austro-russisches Bündnis
Das Bild hat Symbolcharakter. Denn in Sochi soll sich das neue austro-russische Bündnis bewähren. Erst im April hatte Deripaska über seinen Konzern Basic Element 30 Prozent der Strabag für wohlfeile 1,05 Milliarden Euro gekauft. Mit der Strabag als bevorzugtem Partner will der Oligarch nun Russland aufbauen: Die Infrastruktur Russlands soll bis 2020 um knapp 200 Milliarden Euro ausgebaut werden. Die Baudivisionen von Basic Element wollen dabei einen Marktanteil von rund 25 Prozent für sich.

Oberste Priorität der russischen Bau-Offensive hat Sochi. Denn noch wirkt das verschlafene Städtchen mit seinen Palmenalleen und Lenin-Denkmälern wie eine kommunistische Enklave der Côte d'Azur. Bis zu den Spielen sollen hier gut 20 Milliarden Euro investiert werden, um für die erwarteten 3,84 Millionen Besucher die modernste Olympiastadt aus dem Boden zu stampfen.

Mister Sochi Der Hauptinvestor neben dem russischen Erdgaskonzern Gazprom heißt Deripaska. Seine Basic Element wird gut drei Milliarden Euro in die Hand nehmen. Der neue Flughafen gehört bereits ihm, die Grundstücke für das olympische Dorf samt Nobelhotels hat er sich ebenso gesichert wie den Hafen. Die äußerst lukrative Nachnutzung zeichnet sich bereits ab. Denn Sochi wird spätestens nach den Spielen zur nobelsten Urlaubsregion Russlands aufsteigen. Deripaskas olympisches Dorf, in dem den Athleten Appartements von mindestens 50 Quadratmetern zur Verfügung stehen, ist dann bei Wohnungspreisen von fünf bis zehn Millionen Euro Gold wert. Und der private Yachthafen wird Monte Carlo Konkurrenz machen.

Den kompletten Beitrag können Sie im NEWS (Nr. 39/07) nachlesen!