WM 2014 von

Die Kunst der Motivation

Wie die WM-Trainer ihre Stars und Mannschaften zu Höchstleistungen bringen

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014 © Bild: APA/EPA

Thomas Wörz, Österreichs Sportpsychologe Nummer eins, hat die Erfolgsformel großer Trainer analysiert und weiß auch, was andere Führungspersönlichkeiten in der Wirtschaft und im Leben daraus lernen können. Wobei man nicht alle Trainer über einen Kamm scheren darf. Bei südamerikanischen Teams sind andere Qualitäten gefragt als bei den Deutschen oder den Holländern. Und einen zerstrittenen Haufen wie die Franzosen wieder zu einer funktionierenden Mannschaft zusammenzuführen, bedarf ohnehin besonderer Maßnahmen.

GERMANY SOCCER
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Joachim Löw, 54, Deutschland

Persönlichkeit: Der Schwarzwälder wirkt tiefenentspannt. Ruhe und Gelassenheit sind seine herausragendsten Charaktereigenschaften. Man nimmt ihm seine Bodenständigkeit ab. Ein Sympathieträger.

Führungsstil: Er setzt auf die Mündigkeit der Spieler, scheut aber auch vor klaren Entscheidungen nicht zurück. Mit seiner Detailversessenheit in taktischen Fragen und seinem Traum vom perfekten Spiel hat er dem deutschen Fußball ein neues Gesicht gegeben. Er spricht viel mit den Führungsspieler, das letzte Wort hat er.

Tricks: Jogi Löw führt penibel Tagebuch, in dem er sich die kleinsten Details notiert. In der Kabine hängen Trikots mit den Unterschriften der deutschen Ex-Weltmeister.

Motto: "Wichtig sind nicht die Aufstellung oder das System, wichtig ist die Einstellung der Spieler.”

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
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Marc Wilmots, 45, Belgien

Persönlichkeit: Schon als Spieler (u. a. UEFA-Cup-Sieger mit Schalke 04) war er bereit, für den Erfolg alles zu geben - was ihm den Spitznamen "Willi, das Kampfschwein” eingetragen hat. Als Trainer lebt er seinen Spielern diese Leidenschaft und den unbedingten Siegeswillen vor.

Führungsstil: Disziplin und Professionalität stehen an oberster Stelle - nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalb. Wer sich nicht daran hält, fliegt. Wenn die Leistung stimmt, lässt er seinen Spielern auch Freiräume. Und er hat zu jeder Zeit ein offenes Ohr für private Probleme.

Tricks: Die "Kabinenpredigt” hält der Trainer immer in zwei Sprachen - in Flämisch und in Französisch, um erst keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen.

Motto: "Wer sich dem Ganzen nicht unterordnet, ist ganz schnell raus aus dem Team. Gegen individuelle Klasse hilft am besten das Kollektiv.”

Mexiko-Teamchef Miguel Herrera
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Miguel Herrera, 46, Mexiko

Persönlichkeit: Seine Temperamentsausbrüche in der Coachingzone haben den heißblütigen Mexikaner zur Kultfigur der WM gemacht.Fußball ist für ihn Emotion pur. Schon als Spieler hatte er sich nicht immer unter Kontrolle, was ihm letztlich eine internationale Karriere gekostet hat.

Führungsstil: Er macht in persönlichen Gesprächen die Spieler "heiß”, will immer ganz nah dran an seiner Mannschaft sein, um sie mit Enthusiasmus, Freude, Mut und Furchtlosigkeit anzustecken.

Tricks: Die Aufstellung twittert er 24 Stunden vor dem Anpfiff. Die Spieler wissen, woran sie sind. Und der Gegner ist möglicherweise verunsichert.

Motto: "Ich setze ausschließlich auf Spieler, die sich zu hundert Prozent mit der Nationalmannschaft identifizieren, will sehen, dass sich meine Jungs umbringen. Wir treten immer an, um mit Mexiko Fußballgeschichte zu schreiben.”

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