NEWS und die Folgen: Heinz Sichrovsky über Listen und Heimkehrer

Zwei Geschichten aus diesem Ressort haben in der Vorwoche den Weg in die übrige Medienwelt gefunden. Die von der neuen Kunst-Sektionschefin bei ihren Abteilungsleitern in Auftrag gegebene Liste der vierzig nicht mehr förderungswürdigen Kultureinrichtungen brachte Claudia Schmied in Bedrängnis. In welchem Amt wir ihr künftig auch wiederbegegnen, bei der Wahl ihrer Spitzenbeamten sollte die Ministerin steigerungsfähig sein: Die Liste der teilweise schon wieder abgegangenen kunstfernen Selbstdarsteller und Machiavellisten ist nicht weniger bedenklich als die andere.

Die zweite Meldung betraf die Rückkehr Franz Moraks auf die Bühne, und nicht jedem scheint die Vorgeschichte geläufig: Morak war ein erster Schauspieler, der nach Qualtingers Tod über ein Jahrzehnt das Monopol authentischer Nestroy-Darstellung hielt und als Brechts Arturo Ui zum Berliner Theatertreffen fuhr, als das noch etwas war. Seine Tonaufnahme der „Dritten Walpurgisnacht“ von Karl Kraus ist exquisit, und als Austropopper formierte er mit André Heller inmitten der kollektiven Regionalliga Ost die Champions League.

Als Regisseur legte er mit der Uraufführung von Felix Mitterers „Sibirien“ Unbestrittenes vor und wurde noch als Staatssekretär für eine „Josefstadt“-Inszenierung mit dem Europäischen Kulturpreis ausgezeichnet. So einer ist das.