NEWS deckt Fall von Frauenhandel in Österreich auf: Opfer droht die Abschiebung

22-jährige Nigerianerin zeigte Menschenhändler an Steht unter Morddrohung. Ermittlungen abgebrochen

NEWS deckt Fall von Frauenhandel in Österreich auf: Opfer droht die Abschiebung © Bild: NEWS/Stögmüller

Die 22-jährige Nigerianerin wurde mit falschen Papieren 2008 von Nigeria nach Österreich geschleppt, wo sie ein Menschenhandels-Ring zur Prostitution zwingen wollte. Die junge Frau weigerte sich und zeigte die Täter an, nachdem die Menschenhändler sie wiederholt bedroht und im September 2009 körperlich attackiert hatten. Seither steht sie unter Morddrohung, ihre Familie in Nigeria wurde bereits Opfer von tätlichen Angriffen und einer Entführung.

Frau steht vor Abschiebung
Die Polizei musste die Ermittlungen allerdings abbrechen, weil die Staatsanwaltschaft das Verfahren niederlegte. Ein Wiederaufnahme-Antrag wurde im April eingebracht, die Entscheidung des Landesgerichts steht aus. Die Zeugen wurden nicht einvernommen. Die junge Frau wurde mit einem Aufenthaltsverbot belegt und steht vor der Abschiebung nach Nigeria.

"In Nigeria droht ihr der Tod"
"Ich habe den Fall überprüft und glaube die Geschichte auf Punkt und Beistrich", sagt Joana Reiterer vom Verein Exit, der auf die Betreuung von Frauenhandels-Opfern aus Nigeria spezialisiert ist, in News. "Es heißt immer, dass die Justiz nicht an die Täter herankommt, weil Opfer von Menschenhandel zu große Angst haben, auszusagen. Hier bringt sich nun ein Opfer in Lebensgefahr und nennt alle Namen - und niemand ermittelt weiter. Das ist ein Skandal. Ihr droht bei einer Abschiebung nach Nigeria der Tod", so Reiterer. "Drohende Abschiebung statt Ermittlung ist ein schlechtes Signal an Opfer, die zur Aussage bereit sind und spielt Menschenhändlern in die Hände."

"Hände sind gebunden"
Major Gerald Tatzgern, Leiter des Büros für Menschenhandel und Schlepperwesen im Bundeskriminalamt, erklärt in News: "Einzelfälle kann ich nicht kommentieren. Grundsätzlich gilt: Wenn die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellt, dürfen wir nicht weiterermitteln. Da sind uns die Hände gebunden." Die Staatsanwaltschaft kommentiert den Fall wegen des laufenden Wiederaufnahme-Verfahrens nicht. Die Frau soll während dieses Verfahrens abgeschoben werden.

Noch mehr Infos zum Thema finden Sie im NEWS 42/2010!

Kommentare

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Lasst die Menschlichkeit siegen! Ich finde es mutig, dass die junge Frau die Menschenhändler angezeigt hat. Und dieser Mut gehört belohnt. Warum kann nicht einmal die Menschlichkeit gegenüber den Gesetzen siegen?
Ich wäre stolz, wenn die österreichische Regierung dieser mutigen Frau die österreichische Staatsbürgerschaft vergeben würde.

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Re: Lasst die Menschlichkeit siegen! Du vergisst nur leider, dass wir in Österreich zu Hause sind, wo "Gosch´n halten, mitschwimmen" belohnt wird. Mut sieht man hier nicht so gerne...

Menschenhandel Soso, die STA hat die Ermittlungen eingestellt!
Da ensteht natürlich der Verdacht, dass sie selbst involviert sind!
Wäre ja nichts Neues, dass man so einen Prozess abwürgt!

Traurig, wenn die STA dann noch weiter geht und für Abschiebung sorgt, oder nichts dagegen unternimmt!
Ja, Wo samma denn?

In letzter Zeit gefallen mir so einige Nachrichten über die STA Wien nicht mehr, wenn ich so an die Ost-Politiker denke, an Wr. Polizeioffiziere, usw.!

Da kann man nur hoffen, dass ich mit meinem Verdacht falsch liege!

Frauenhandel Ich finde daß das ein Grund ist, sie da zu behalten.
Vielleicht wird sie etwas anderes auch können und arbeiten.
Von Nigeria habe ich schon die schrecklichsten Dinge gehört. as mit der Familie stimmt sicher

Frauenhandel Die Frage die sich stellt ist, warum der Staatsanwalt das Verfahren niedergelegt hat. Vielleicht könnte sich die Redaktion um ergänzende Informationen bemühen wenn solche Artikel verfaßt werden.

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