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Affäre Aiderbichl: Die Vorwürfe

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Aufhauser und Ehrengruber wegen Betrugsverdachts

Fakten - Affäre Aiderbichl: Die Vorwürfe © Bild: Franz Neumayr / picturedesk.com

Im November wurde bekannt, dass die Jusitz die Ermittlungen in der Causa Aiderbichl nun auch auf Niederösterreich ausgedehnt hat. Das dürfte mit einem Hof in der Nähe von Melk zusammenhängen, den Gut Aiderbichl vor einigen Jahren unter fragwürdigen Umständen übernommen hat. News berichtet Anfang September exklusiv über diese Angelegenheit.

Kern der gesamten Aiderbichl-Affäre ist allerdings der Fall Gerd Viebigs, eines mittlerweile verstorbenen Manns, der laut seiner langjährigen Sekretärin vor der Finanzkrise ein Vermögen von zehn Millionen hatte, danach immer noch sieben Millionen Euro besaß. 2006 hatte Viebig bei einem Notar in Mondsee ein Testament aufgesetzt. Sein Vermögen sollte zu gleichen Teilen an das Land Oberösterreich und das Land Salzburg gehen und für den Tierschutz verwendet werden.

Ab dem Jahr 2010 treten die Aiderbichler auf den Plan und lassen sich von dem End-Achtziger Viebig zunächst den Hof in Maria Schmolln, Oberösterreich, samt vier Millionen Euro schenken. Allerdings soll der großzügige Spender bei dieser Schenkung getäuscht worden sein - vermutet zumindest die Staatsanwaltschaft. Laut den Behörden stehen Aufhauser und Ehrengruber darüber hinaus im Verdacht, eine Mitbeschuldigte, die für Aiderbichl um Spenden warb, dazu bestimmt zu haben, Herrn Viebig kurz vor dessen Tod Ende 2011 wiederholt vorgespiegelt zu haben, "dringend Geld für die Durchführung unbedingt notwendiger Bauprojekte von Gut Aiderbichl zugunsten notleidender Tiere zu benötigen, und ihm dadurch zumindest drei Spenden im Ausmaß von 200.000 € (Katzenhaus in Kilb), 300.000 € (Hundehaus in Aiderbichl) und 300.000 € (Hundehaus in Gänserndorf) herauslockte, wobei diese Spendengelder jedoch zweckwidrig verwendet worden sein sollen".

Das nach den Millionenschenkungen noch übrige Vermögen erbte nach Viebigs Ableben dann auch noch Aiderbichl. Das ursprüngliche notarielle Testament zugunsten Oberösterreichs und Salzburgs wurde ersetzt. Testamentszeugen für die Aiderbichl'sche Erbeinsetzung waren anstelle eines Notars allerdings drei am Viebig-Hof anwesende Bauarbeiter.

Seitens der Aiderbichl-Führung wurden sämtliche Vorwürfe immer bestritten. „Wir können allen Spendern erneut versichern, dass wir mit ihren Geldern sorgsam und gemäß den Regulativen umgehen“, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme. „Nie haben wir Gelder aus Spenden missbräuchlich verwendet.“

Warum es hinter der Heile-Welt-Fassade nicht allen Tieren gut geht, finden Sie im aktuellen NEWS in Ihrem Zeitschriftenhandel oder als E-Paper-Version.

Kommentare

Nun kommt endlich Bewegung in die Sache - sehr gut, dass die Staatsanwaltschaft mit ihren Ermittlungen in NÖ angekommen ist, hier gibt es einiges zu klären und zu untersuchen....

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