NEWS EXKLUSIV - Geheimakte Bettina G.:
Möglicher Mord-Komplize festgenommen

Hauptverdächtiger ist seit April in Untersuchungshaft Wien: 14 Mal auf das 38-jährige Opfer eingeschlagen

NEWS EXKLUSIV - Geheimakte Bettina G.:
Möglicher Mord-Komplize festgenommen © Bild: NEWS/APA

Grausam erschlagen. Mit 14 Hieben gegen Kopf und Oberkörper. Daneben der sieben Monate alte Sohn, der seiner Mutter beim Sterben zusehen muss. Die "Geheimakte Bettina G." konnte nie geschlossen, der Mord am Wiener Julius-Tandler-Platz noch nicht aufgeklärt werden, auch wenn sich der Hauptverdächtige in U-Haft befindet. Nun aber hat die Wiener Kripo einen möglichen Komplizen festgenommen.

Bettina G. war am 7. April 2010 in ihrer Wohnung (in einem Mietshaus am Julius-Tandler-Platz in Wien-Alsergrund) getötet worden. Mit 14 Hieben gegen Kopf und Oberkörper. Die Tatwaffe: vermutlich eine Eisenstange; bis dato unauffindbar. Post mortem sind der 38-jährigen Versicherungsbediensteten, so haben Gerichtmediziner weiters diagnostiziert, am rechten Arm die Pulsadern aufgeschnitten worden. Mit einem Tapezierermesser, das am Tatort sichergestellt wurde. Felix, der sieben Monate alte Sohn der Frau – er saß in seinem Tragesitz, während die Tragödie geschah; musste zusehen, wie seine Mutter starb. Wollte der Killer auch den Buben umbringen? Drei Schnitte am Hals des Kindes. Fünf, zwei, eineinhalb Zentimeter lang, bis zu 70 Millimeter tief.

Verdächtiger mit Polizistin verheiratet
Als hauptverdächtig in der Causa gilt Gerhard P. (im Bild), 42, Niederösterreicher, Prokurist mehrerer Bau-, Technik- und Dachdeckerfirmen, der Ex-Geliebte von Bettina G., der Vater ihres Kindes; seit beinahe zwei Jahrzehnten verheiratet, mit einer Polizeibeamtin. Der Mann ist bereits seit Ende April in Untersuchungshaft. Zahlreiche Indizien sprechen gegen ihn; vor allem ein „Einweghandschuh“, der am Tatort gefunden wurde und an dem Blut des Opfers und DNA-Spuren von Gerhard P. waren.

Bereits von Beginn der Erhebungen an ging die Polizei davon aus, dass Gerhard P. einen Komplizen gehabt haben musste – der zum Tatzeitpunkt in Niederösterreich mit dem Handy des Prokuristen telefoniert und gleichzeitig auch dessen Dienstwagen chauffiert hätte.

Möglicher Komplize in Haft
Ein Türke, der für den 42-Jährigen in der Vergangenheit bereits mehrfach als Arbeiter an diversen Baustellen tätig gewesen sei, steht nun angeblich im Fadenkreuz der Fahnder. Bei Verhören soll er mittlerweile zugegeben haben, Bettina G. im Auftrag von Gerhard P. "ausspioniert" – sie beobachtet, ihre Lebensgewohnheiten recherchiert – zu haben. Eine Mitwisser- oder Mittäterschaft an dem Verbrechen bestreitet er jedoch.

Kommende Woche soll auch Gerhard P. nochmals ausführlich einvernommen werden.

(Martina Prewein)