NEWS-Eventkalender: Tagestipp für 01.09.
Die Ausstellung läuft bis 18. Oktober 2009

Das Schaffen von 15 autodidaktischen japanischen Künstlern wird in dieser Ausstellung präsentiert

NEWS-Eventkalender: Tagestipp für 01.09.
Die Ausstellung läuft bis 18. Oktober 2009 © Bild: Collection de l¿Art Brut, Lausanne, Schweiz

Das KUNST HAUS WIEN zeigt mit der Ausstellung „Art Brut aus Japan“ – erstmals in Österreich und im Rahmen des Österreich-Japan Jahres 2009 – das Schaffen von fünfzehn autodidaktischen Künstlerinnen und Künstlern aus Japan.

Am Rande der japanischen Gesellschaft und oft auch in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung lebend haben sie sich alle ihre eigene Welt hoher ästhetischer Intensität erschaffen. Die KünstlerInnen werden mit ihrer Malerei und Grafik, ihren Skulpturen und Plastiken ebenso präsentiert wie durch berührende Dokumentarfilme, die ihre Schicksale, Lebensumstände und Arbeitsweise vermitteln. "Art Brut aus Japan" umfasst rund 140 Werke und wurde von der Collection de l'Art Brut in Lausanne, dem international renommierten Museum für Art Brut, entwickelt.

Jean Dubuffet prägte den Begriff "Art Brut"
Der französische Maler und Bildhauer Jean Dubuffet (1901–1985) prägte den Begriff "Art Brut" und leitete die Beschäftigung mit autodidaktischer Kunst ein. Er ermöglichte 1971 durch die Schenkung seiner Sammlung an die Stadt Lausanne die Gründung der 1976 eröffneten Collection de l’Art Brut. Das KUNST HAUS WIEN widmete 1995 Dubuffet eine Einzel- Ausstellung und bringt 2009 mit "Art Brut aus Japan" erstmals eine Ausstellung aus der Collection de l’Art Brut in Lausanne nach Wien.

15 autodidaktische Künstler aus Japan
Die Ausstellung vereint 15 autodidaktische Kunstschaffende, die in verschiedenen japanischen Städten - insbesondere in Kioto, Kobe und Yokohama – leben. Sie entziehen sich kultureller Konditionierung und sozialer Anpassung an die japanische Gesellschaft. Ihre künstlerische Erfindungskraft entfaltet sich losgelöst vom Kunstbetrieb und mündet in die Schaffung autonomer, höchstpersönlicher Welten.

Die kreativen Werke
Für den 1943 geborenen Masao Obata etwa sind Heiratszeremonien ein zentrales Sujet in seinen mit Farbstift auf gebrauchten Kartonstücken gestalteten Werken, die von seiner Lieblingsfarbe Rot beherrscht sind. Der 1974 geborene Takashi Shuji schafft mit Pastell und Radiergummi Arbeiten, die oft von Objekten aus seiner Umgebung ausgehen, die er ihrer Farbwerte beraubt und in ihrer emotionalen Wirkung in seinem Inneren darzustellen scheint. Während der 1982 geborene Shinichi Sawada aus Ton geheimnisvolle Geschöpfe einer privaten Mythologie formt, fährt der 1934 geborene Eijiro Miyama in mit Puppen geschmückten Kleidern und mit exzentrischen Kopfbedeckungen aus gebrauchten Gegenständen durch die Straßen von Yokohama.

KUNST HAUS WIEN
3, Untere Weißgerberstrasse 13
täglich von 10 bis 19 Uhr

red., kunsthauswien