NEWS über die Energie-Revolution: Die Ära von Öl, Gas und Kohle geht langsam zu Ende

Steigende Preise, limitierte Ressourcen, Klima-GAU Wende hin zu erneuerbaren Quellen ist längt im Gang

NEWS über die Energie-Revolution: Die Ära von Öl, Gas und Kohle geht langsam zu Ende

Sonne statt Öl. Steigende Preise, limitierte Ressourcen, Klima-GAU - die Ära von Öl, Gas und Kohle geht zu Ende. Die notwendige Energiewende hin zu erneuerbaren Quellen ist längst im Gang.

Zehn Millionen Tonnen Erdöl, 12,5 Millionen Tonnen Steinkohle und dazu noch 7,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas - diese gigantischen Mengen an fossilen Energien verfeuert die Menschheit derzeit jeden Tag. Und der Energiehunger wächst speziell in den Industriestaaten unaufhörlich.

Gleichzeitig explodiert der Erdölpreis - von 10 US-Dollar je Fass im Jahr 1999 auf derzeit fast 80 Dollar. Erst vor kurzem warnte die Internationale Energieagentur (IEA) - die noch vor nicht allzu langer Zeit die Zukunft der Ölversorgung als nicht besonders problematisch ansah - eindringlich vor einer spürbaren Verknappung von Erdöl binnen der nächsten fünf Jahre. Sogar ein neuer Ölpreisschock mit Preisen deutlich jenseits der 100-Dollar-Marke sei zu befürchten. Hintergrund dieser dramatischen Entwicklung dürfte - neben der steigenden Nachfrage - der viel beschworene "Peak Oil"-Zeitpunkt sein. "Mit großer Wahrscheinlichkeit befindet sich die Welt gerade am weltweiten Ölfördermaximum. In ein paar Jahren schon wird die Förderrate jedes Jahr um ein paar Prozent zurückgehen, was die Preise weiter erhöht", warnt der deutsche Experte Werner Zittel vom Ludwig-Bölkow-Institut in Ottobrunn.

Abschied vom "Ölkoholismus"
Angesichts galoppierender Preise und immer knapper werdender Ressourcen der Fossilenergien sowie der immer drastischer zutage tretenden Folgen des Klimawandels wird eines überdeutlich: Es gibt keine andere Alternative als den Abschied vom "Ölkoholismus", so die treffende Charakterisierung der steigenden Abhängigkeit der globalen Wirtschaft von Öl und Gas durch die renommierte Wirtschaftszeitschrift Economist.

Doch wie lautet der Ausweg aus dem Energiedilemma? "Die technischen Optionen sind verfügbar - und sie lauten Energieeffizienz und erneuerbare Energie", betont Stefan Schleicher, Volkswirt am Grazer Wegener Zentrum für Klima und Globalen Wandel. Die wichtigste und am schnellsten nutzbare "Energiequelle" stelle der effiziente Umgang mit Energie dar, meint Jörg Schindler vom Bölkow-Institut. "Das beinhaltet eine notwendige Verbrauchseinschränkung ebenso wie die intelligente Energienutzung durch neue, verbrauchsarme Technologien." Ähnlich Michael Paula, im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie in Wien für Energieforschung zuständig: "Wir brauchen sogenannte, Faktor 10'-Technologien, die mit nur einem Zehntel des heutigen Energieaufwandes auskommen."

Wie das geht, zeigt sich am Beispiel der über 100 Millionen Umwälzpumpen in Europa, die allein 50 Terawattstunden (TWh) pro Jahr verbrauchen. Zum Vergleich: Österreichs Gesamtstromverbrauch beläuft sich auf rund 70 TWh. "Ein Ersatz der alten durch hocheffiziente neue Pumpen könnte bis zu 60 Prozent vom jährlichen Stromverbrauch einsparen", so Claus Barthel vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.

Laut Ex-EU-Kommissar Franz Fischler, Präsident des Ökosozialen Forums Österreich, müssten in Sachen Energieeffizienz folgende Prämissen gelten:

  • Um als Erstes die Wärmeverluste zu minimieren, dürfen nur mehr Gebäude mit Niedrig-bzw. Passivhaustechnologie zugelassen werden. Dann müssen Öl- und Gasheizungen durch moderne solare und biogene Heizsysteme oder durch einen Fernwärmeanschluss ersetzt werden.
  • Die Stromproduktion darf nicht mehr ohne eine gleichzeitige Nutzung der Abwärme (Kraft-Wärme-Kopplung) erfolgen.


Energie-Revolution
"Beim Wechsel zu erneuerbaren Energien geht es um nichts weniger als um den tiefgreifendsten und weitreichendsten wirtschaftlichen Strukturwandel seit Beginn der Industriellen Revolution", betont der deutsche "Solarpapst" Hermann Scheer. Die große Trendwende ist bereits eingeläutet:

  • In nur sieben Jahren hat sich das Volumen des Weltmarkts für erneuerbare Energien von 30 auf jetzt 60 Milliarden Euro verdoppelt. Im Jahr 2020 soll der Markt der sauberen Energien bereits auf mehr als 400 Milliarden Euro angewachsen sein.
  • In Deutschland wurden allein in den vergangenen zwei Jahren rund 50.000 der insgesamt bereits 215.000 neuen Arbeitsplätze in der Erneuerbaren-Energien-Branche geschaffen. Das Exportvolumen der Branche beträgt bereits sechs Milliarden Euro. Hintergrund ist das vorbildliche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
  • Die Fotovoltaik zählt mit Steigerungsraten von durchschnittlich 40 Prozent schon seit Jahren weltweit zu den größ-ten Wachstumsbranchen im Technologiebereich - auch hier ist Deutschland mittlerweile Weltmeister.


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