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Burgtheater-Affäre: Nette Geschenke

Das Wiener Burgtheater © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

In der Burgtheater-Affäre kommt ein eigenartiges System mit Lieferanten ans Licht. Der ehemaligen kaufmännischen Direktorin wurden vom Haus-und Hoftapezierer kostenlos Jugendstilmöbel restauriert

Bisher gab es im Finanzskandal um das Burgtheater zwei große Themenbereiche. Zum einen interessierten sich Staatsanwaltschaft und Buchsachverständige für die Entstehung eines Bilanzverlusts in Millionenhöhe, der durch Abschreibungstricks entstanden war; zum anderen weckten die vielen Bargelddepots und das Chaos in der kaufmännischen Abteilung bei den Korruptionsermittlern nachhaltiges Interesse.

Im Zentrum der Vorwürfe steht Silvia Stantejsky, 60, die an der Burg 33 Jahre lang in leitender Funktion tätig und ab 2008 als Finanz-Geschäftsführerin eingesetzt war. Ende 2013 wurde Stantejsky fristlos entlassen. Vorwürfe, wonach sie ihre Wirkungsstätte geschädigt habe, bestreitet sie vehement. Im Gegenteil: Sie habe der Burg über die Jahre mehr Gutes denn Schlechtes getan. Doch je tiefer man in dem Wirrsal aus buchhalterischem Durcheinander, konfusem Rechnungswesen und vernachlässigter Kontrolle vordringt, desto garstigere Details kommen zum Vorschein.