news.at-Kommentar zum neuen Teamchef:
Habt keine Angst, alles bleibt beim Alten!

Tscheche Karel Brückner ist kein Mann der Moderne Teamchef-Assistent Herzog eindeutig bessere Option

news.at-Kommentar zum neuen Teamchef:
Habt keine Angst, alles bleibt beim Alten!
© Bild: Reuters

Das Rätsel ist gelöst: Karel Brückner macht uns den Teamchef! Nach wochenlang brodelnder Gerüchteküche ist der 68-jährige Tscheche der Mann, der unser rot-weiß-rotes Fußball-Orchester zur WM 2010 dirigieren soll. Sicherlich ist das ein Mann von internationalem Format, ohne Frage. Aber auch einer, der dem österreichischen Fußball frischen Schwung bringen kann? Erhebliche Zweifel sind da angebracht.

Natürlich hat Karel Brückner große Erfolge vorzuweisen, schaffte er doch mit der tschechischen Auswahl dreimal in Folge die Qualifikation für ein Fußball-Großturnier und erreichte bei der EM 2004 das Halbfinale. Doch war dies nicht seiner taktischen Raffinesse, sondern vor allem den individuellen Stärken eines Koller, Nedved, Rosicky oder Milan Baros zu verdanken.

Nicht ohne Grund warfen ihm tschechische Experten nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2006 vor, einen altmodischen Fußball spielen zu lassen. Und dieser wurde auch bei der EURO 2008 gezeigt. Soll das also der Heilsbringer sein, der Österreichs Elite-Kickern - denen internationale Experten großes Potenzial bescheinigen - den entscheidenden Schub geben kann? Der es schafft, dass Ivanschitz & Co. einen attraktiven und schnellen Fußball spielen, wie wir ihn bei der EURO 2008 genossen haben? Die Antwort ist wohl eindeutig: Nein.

Natürlich könnte der ÖFB jetzt sagen, es ist nicht einfach, einen großen Trainer für Rot-Weiß-Rot zu gewinnen. Und wenn man ihn dann hat, wird wieder nur gejammert! Es ist ohne Frage eine Leistung, einen Karel Brückner überredet zu haben. Aber ganz ehrlich: Da wäre Andreas Herzog die bessere Option! Ja, er besitzt keine Erfahrung auf der Trainerbank. Aber das war bei Jürgen Klinsmann und Marco Van Basten auch der Fall. Er kennt jeden Kicker in- und auswendig, gilt vielen als Vorbild, hat wie kein anderer internationale Erfahrung als Spieler und verfügt über das notwendige fußballerische Know-How. Aber vielleicht kommt "Herzerl" ja in zwei Jahren endlich ans Ruder.

(Kim Son Hoang)