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Ich bin's, dein Modekönig

"Stilfragen": Ela Angerer über die modischen Vorlieben der Fußballstars

Ela Angerer © Bild: News

Ist der gemeine Fußballgott ein Snob? Einer, der Taxifahrer und Flughafenpersonal seinen Reichtum und seine Überlegenheit spüren lässt? Früher hat er nach der Schule in irgendwelchen Hinterhöfen trainiert, heute läuft er auf dem ganz großen Rasen zur Höchstform auf. Er hält einen Ball am Laufen, das ist seine Mission. Deshalb kann man getrost vermelden: Nein, Mats Hummels, Jérôme Boateng und David Alaba haben keine Zeit, gelangweilt an ihrem dritten Kir royal zu nippen. Im Gegensatz zu all den Starfriseuren, Star-Bloggern und Star-Realityshow- Darstellern haben sie Wichtigeres zu tun.

Der moderne Fußballstar ist die ideale Bühne für Designermode, alle großen Häuser reißen sich um ihn - weil er schon jemand war, bevor ihn Stylisten zu feinem Tuch von Armani, Zegna oder Yamamoto überreden konnten. Es ist diese Beiläufigkeit, die etwas Gutes mit Magie auflädt: eine Rolex zum Beispiel, Schuhe von Prada oder Reisegepäck von Louis Vuitton. Im Fall von David Beckham genügte sogar eine Unterhose. Obwohl der Brite inzwischen hauptberuflich seine Kinder zur Schule bringt, gilt er noch immer als weltweit erfolgreichster Werbeträger. Nicht zuletzt deshalb, weil seine Frau mit eiserner Hand die Ehe zusammenhält und auf seinen Marktwert achtet. Zu Beckhams aktiven Zeiten sagte Karl Lagerfeld nach einem Abendessen bei den beiden: "Victoria ist intelligent und witzig. Das ist gut für jemanden, der den ganzen Tag hinter einem Ball herläuft."

Ja, die großen Marken arbeiten seit den glorreichen 60er-Jahren lieber mit Fußballern zusammen. Das ist sicherer als das Hofieren von Fürsten und Königskindern. Einst stolperte Margaret, die Schwester der Queen, über jedes noch so tolle Kleid, Whiskey on the rocks sei Dank. Auch bei den feschen Söhnen von Caroline von Monaco befürchten übervorsichtige Strategen, dass diese sich vielleicht demnächst dem Kokain oder dem Müßiggang ergeben. "Alles, bloß kein Werbeflop", sagen sie und setzen auf den besser verdienenden Fußballer. Der ist heute Spitzensportler, Manager und Finanzexperte in einem.

Warum ist ein Cristiano Ronaldo so ausgeschlafen? Weil er ziemlich schnell begriffen hat, dass ihn die Leute von der Fifa sonst zum Frühstück essen. Neben dem Taschenrechner hilft da auch ein gewisses Savoir-vivre in der Herrenhandtasche von Saint Laurent.

Aber es gibt natürlich auch Ausnahmen: Einen wie Zlatan Ibrahimović wird man wohl nie zu einem Hugo- Boss-Anzug überreden können. Als ein Reporter wissen wollte, woher die Kratzer im Gesicht des Spielers stammen, antwortete der: "Fragen Sie doch mal Ihre Frau." Die Mär hält sich, dass an der Konversation auch ein Mittelfinger beteiligt gewesen sei.

Und wenn es unbedingt sein muss, kann der gemeine Fußballgott natürlich auch den Snob besser als jeder andere: Nach einem Autounfall mit seinem Bentley wurde der AC- Mailand-Star Mario Balotelli von einem Polizisten gefragt, warum er so viel Bargeld auf dem Rücksitz liegen habe. Balotelli antwortete grinsend: "Na und, ich bin eben reich."

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir bitte: angerer.ela@news.at

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