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Das Ende der kleinen Banken

Markus R. Leeb über die Auswirkungen der strengeren Gesetze

Markus R. Leeb Porträt © Bild: News

Weltweit werden Banken noch sorgfältiger kontrolliert, viel stärker geprüft und bekommen extrem strenge Auflagen. Das soll Pleiten wie jene der Lehman Brothers oder der Hypo künftig verhindern. Die EU wird in Sachen strenge Vorschriften und Kontrolle Vorbild sein. Unter die Räder kommen dabei die kleineren Banken. Denn die Vorschriften kennen kaum Unterschiede zwischen Konzernen mit gut 50.000 Mitarbeitern (Erste, Bank Austria, RBI) und regionalen Genossenschaftsbanken mit gut einem Dutzend Angestellten. Sie alle haben Tausende Seiten an neuen Vorschriften („Basel III“) zu kennen und zu exekutieren sowie umfangreiche Dokumentationen zu erstellen.

Ein Paradebeispiel ist das kirchennahe Bankhaus Schelhammer & Schattera, Wiens älteste Privatbank. Führende Angestellte dieses Hauses meinen, es sei unmöglich, alle Vorschriften zu befolgen, und so riskiere der Vorstand regelmäßige FMA-Strafen. Im Extremfall könnte das gar zu Anklagen führen. Vermutlich wird Schelhammer & Schattera bald an eine größere Bank wie die Hypo Niederösterreich verkauft.