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Die Sache hat ein Häkchen

Daniel Steinlechner über blaue Twitter-Symbole, die jetzt auch auf Tinder kommen

Daniel Steinlechner © Bild: NEWS

Auf Twitter gibt es zwei Arten von Menschen. Solche mit blauem Häkchen auf ihrem Profil und solche ohne. Twitter entscheidet, wer einen solchen Haken bekommt. Angeblich handelt es sich um besonders wichtige Personen, die so als „echt“ markiert werden. Damit die anderen User sicher sein können, nicht auf irgendeinen Scherz-Account hereinzufallen. Armin Wolf hat zum Beispiel so ein Häkchen, ich habe hingegen keines. Man könnte das gelassen hinnehmen, schließlich sind die da oben auch nur Menschen. Andererseits frage ich mich schon, ob das Leben mit Häkchen aufregender ist. Gibt es eigene VIP-Partys für Menschen mit blauen Häkchen? Ist das ein Geheimbund, der die Welt beherrscht, oder bekommen sie von Twitter zumindest 141 statt der sonst erlaubten 140 Zeichen pro Nachricht genehmigt? Ich weiß es nicht, und deshalb frisst mich der Neid.

Doch jetzt wird alles noch schlimmer. Die Flirt-App Tinder will nun ebenfalls Stars mit einem blauen Häkchen versehen. Vermutlich um sie davor zu schützen, versehentlich normale Menschen zu daten. Meine letzte Chance, dass mich Rihanna eines Tages heiraten wird, kann ich damit abschreiben. Die Onlinewelt zerfällt in Habe-Haken und Habenichtse, und mich beschleicht der Gedanke, dass die ach so egalitäre Netzwelt einen gewaltigen Haken hat.

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir bitte: steinlechner.daniel@news.at

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