Fakten von

Spätestens 2018

"Gestern und heute"-Kolumne von Peter Pelinka: Zwei Häuser der Geschichte

Peter Pelinka © Bild: NEWS

Noch gibt es vereinzelte Querschüsse, doch das Projekt geht in die finale Umsetzung: Wie Kulturminister Josef Ostermayer bestätigt, soll das Projekt, am Wiener Heldenplatz ein "Haus der Geschichte“ einzurichten, noch im Februar vom Ministerrat abgesegnet und dann dem Parlament zwecks Novellierung des Bundesmuseengesetzes weitergeleitet werden. Höchste Zeit: Ein solches Museum war schon unter Wolfgang Schüssel und unter Alfred Gusenbauer in Angriff genommen worden, nun könnte es von Ostermayer, seit dem Kärntner Ortstafelgesetz als Spezialist für Politik im Sinne Max Webers ("ein starkes, langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß“) bekannt, gemäß einem Koalitionsbeschluss von Ende 2013 verwirklicht werden. Angegliedert an die Nationalbibliothek, deren Chefin Johanna Rachinger im Zuge der Neugestaltung des Platzes den ebenfalls lange herbeigesehnten Tiefspeicher für "ihre“ Sammlungen verwirklichen kann; gestaltet von einem international bestbesetzten Expertenrat unter Leitung des Historikers Oliver Rathkolb; offen für zusätzliche Anregungen wie jene von Staatssekretär Harald Mahrer, dem "modernen“ ÖVP-Denker, auch ein "Haus der Zukunft“ einzubeziehen. Eben konnte sich auch Bundespräsident Heinz Fischer im Gespräch mit den Regierungsmitgliedern Mahrer und Ostermayer sowie den Experten Rachinger und Rathkolb davon überzeugen, dass es diesmal kaum gelingen wird, dem "Nationalmuseum“ (das weit mehr bieten soll als bloße Rückblicke) noch länger kleingeistig-parteipolitische Hindernisse in den Weg zu legen.

Unabhängig davon entsteht ein zweites "Haus der Geschichte“ in St. Pölten. Landeshauptmann Erwin Pröll, in Sachen Kulturpolitik stets mit besonderem "G’spür“ ausgestattet, hatte den Historiker Stefan Karner damit beauftragt, als das Gezerre um einen Wiener Standort gar zu lange gedauert hat. Nun ist Karner überzeugt, bereits vor dem 100. Geburtstag der Republik im Herbst 2018 öffnen zu können, also noch vor Wien. Aber er und Rathkolb wehren ab: "Keine Konkurrenz, wir stehen in bestem Kontakt.“

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir bitte: pelinka.peter@news.at

Kommentare