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Eine Sorge weniger für die VIG

Economy Class: Esther Mitterstieler über Vorwürfe gegen die Vienna Insurance Group

Esther Mitterstieler © Bild: News

In den vergangenen Monaten hat sich viel getan in der Vienna Insurance Group (VIG), in Österreich immer noch besser als Wiener Städtische bekannt. Zuerst versuchte ein Blog namens VIG Leaks, der Versicherung zu schaden. Die Betreiber dahinter haben anscheinend ein paar Rechnungen mit dem Unternehmen offen.

Auch Christian Brandstetter , ein ehemaliger Vorstand der Versicherung, wurde im Blog immer wieder angegriffen. Er ist mittlerweile als Berater tätig, kauft Unternehmen und verkauft sie an diverse Interessenten weiter - auch an die VIG: In Osteuropa kaufte Brandstetter zwei Versicherer und verkaufte sie an die VIG weiter. Der Vorwurf des Blogs: Brandstetter habe als Strohmann viel zu teuer an die VIG verkauft. Nach einer anonymen Anzeige ermittelte die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Vor zwei Wochen wurde das Ermittlungsverfahren gegen Brandstetter eingestellt, bestätigt Norbert Hauser , Sprecher der Behörde.

Zuvor hatte die Korruptionsstaatsanwaltschaft Zeugen befragt, unter anderem drei Vorstände der Versicherung, die im Fall Sachkenntnis hatten. Der Schluss des Staatsanwalts: Brandstetter war eigenständig, hat Unternehmen gekauft und an Interessenten verkauft. Es habe eine Due Diligence, also eine genaue Prüfung der Unternehmen, gegeben, der Kaufpreis sei angemessen gewesen. Tatsächlich, so der Schluss der Staatsanwaltschaft, gebe es keinen Grund, weiter zu ermitteln. Neben dem Verfahren gegen Brandstetter wurden auch jene gegen sechs weitere Beschuldigte - wegen Verdachts auf Untreue und Geldwäscherei - eingestellt.

Die Versicherung hat ihrerseits Strafanzeige gegen unbekannt eingebracht, sagt Anwalt Georg Riedl . Strafrechtlich steht der Vorwurf der Verleumdung und üblen Nachrede im Raum, zivilrechtlich unter anderem die Frage von Schadenersatz. Die Angriffe des Blogs richteten sich auch gegen den mittlerweile zurückgetretenen Vorstandsvorsitzenden Peter Hagen und seine Freundin Christina Weidinger - wegen Auftragsvergaben der Versicherung an Weidingers Unternehmen. Die interne Revision hat die Vorwürfe entkräftet.

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