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Wer braucht die Buhlschaft?

Spitzentöne: Heinz Sichrovsky über die Salzburger Festspiele

Heinz Sichrovsky © Bild: News

Unter taktischen Vernebelungen und anschließenden Triumphbekundungen, als habe man Jennifer Lawrence, Conchita Wurst oder Spatzi Lugner zu präsentieren, gaben die Salzburger Festspiele den Namen der neuen Buhlschaft bekannt. Es wird bekanntlich keine der drei, sondern die 25-jährige Oberösterreicherin Miriam Fussenegger. Die schätzenswerte Schauspielerin ist schon je einmal in "Soko Donau" und bei den Festspielen aufgetreten (und hat dabei trotz überschaubarer Rolle die beschämende Bearbeitung der "Dreigroschenoper" qualitativ übertroffen). Unklar ist, was die scheidende Intendanz mit diesem Engagement beabsichtigt. Frau Fussenegger etwas Gutes zu tun, kann es nicht sein, denn mangels Text wird die Rolle nicht unter Schauspielkunst im engeren Sinn geführt. Deshalb nahm man seinerzeit auch wohlwollend zur Kenntnis, dass die nicht deutschsprachige Maddalena Crippa die wenigen Sätze im Zustand der Unverständlichkeit vortrug. Eher ging es um den Beweis, dass man sich auch für eine Wurzen an der Komparseriegrenze das Teuerste leisten kann. So etwa, wie George Clooney gegen Honorar zur Kaffeekapsel greift. Will man nun komplementär auf die prekäre Situation der Festspiele verweisen? Frau Fussenegger eine Karriere als Couture-Model oder It-Girl eröffnen? Ich wünsche ihr von Herzen Glück im Segment jenseits von Conchita und Spatzi.

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir bitte: sichrovsky.heinz@news.at

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