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Säbelrasseln vor der Wahl im Frühling

Economy Class: Esther Mitterstieler über den ÖVP-Wirtschaftsbund

Fakten - Säbelrasseln vor der Wahl im Frühling © Bild: News

Seit die Steuerreform beschlossen wurde, brodelt es im ÖVP-Wirtschaftsbund. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer für Übernachtungen um drei Prozentpunkte auf 13 Prozent ließ die Wirte landauf, landab auf die Barrikaden gehen. Der Tourismus hat sich allein gelassen gefühlt, so der Grundtenor unter Branchenvertretern.

Franz Hörl , Obmann der Sparte Touristik und Freizeit in der Wirtschaftskammer Tirol und Sprecher der österreichischen Seilbahnwirtschaft, macht aus seiner Verstimmung keinen Hehl: "Wir brauchen eine Neuaufstellung an der Spitze des Wirtschaftsbundes." Seit 1999 ist Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl Bundesobmann. Im Frühjahr gibt es Neuwahlen. Hörl sagt: "Leitl war das Beste, was der Wirtschaft passieren konnte, aber in den letzten Monaten hat er an Schlagkraft verloren."

Nach einem Interview der "Presse" mit Sozialminister Alois Stöger ist die Stimmung noch schlechter. Stöger meinte auf die Frage nach schärferen Zumutbarkeitsbestimmungen bei der Jobvermittlung, die Wirte sollten bessere Arbeitsbedingungen gewähren. Vom Wirtschaftsbund gab es dazu keinen Kommentar, was die Hoteliers zusätzlich erbost.

Der Zillertaler Wirt Josef Stock - übrigens der Bruder von Leonhard , dem Abfahrtsolympiasieger von 1980 -vom gleichnamigen Hotel in Finkenberg regt sich auf, dass Touristiker auch wegen der zu laschen Arbeitsregelung schwer Mitarbeiter finden: "Es gibt in Österreich 500.000 Arbeitslose, wovon wahrscheinlich 130.000 aus welchem Grund auch immer nicht vermittelbar sind. Aber von 300.000 vermittelbaren Arbeitslosen könnte jeder Mann und jede Frau Reinigungsarbeiten durchführen. Aber weshalb sollten diese 300.000 Arbeitssuchenden arbeiten, wenn sie mit Arbeitslose-Beziehen plus Pfuschen mindestens gleich viel verdienen?" Er setzt nach: "Österreichern ist es nicht zumutbar, im Zillertal zu arbeiten, aber Ungarn, Tschechen, Slowaken schon." Stock hat Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner geschrieben und als Antwort erhalten, dieser wolle sich für das Anliegen einsetzen. Wir bleiben dran.

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir bitte: mitterstieler.esther@news.at

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