New York Red Bulls haben noch viel vor: Langfristige Pläne sollen zum Erfolg führen

Eigenes Stadion könnte bis 2008 fertig gestellt sein Verpflichtungen von Zidane und Ronaldo dementiert

Die Nachricht am 9. März 2006 war schon eine kleine Sensation: Red Bull erweiterte seine umfangreiche Sponsoring-Tätigkeit im Sport um einen prominenten Klub. Der Salzburger Energydrink-Hersteller gab an diesem Tag die Übernahme des wohl bekanntesten US-Fußball-Vereins bekannt. Fortan figurierten die Metro Stars als New York Red Bulls in der Major League Soccer (MLS). Noch spielten die "Bulls" beim 6:0-Kantersieg im Football-Stadium der Giants, doch schon bald haben sie ihr eigenes Stadion.

Im 80.000 Zuschauer fassenden Giants-Stadium in New Jersey, Heimat der NY Giants und der NY Jets, überfuhren die Red Bulls die Gäste aus Salt Lake City mit 6:0, auch dank eines lupenreinen Hattricks von Edson Buddle innerhalb von nur 18 Minuten. Die Übertragung, die auf einem US-TV-Kanal zu sehen war, zeigte ein für europäische Verhältnisse ungewohntes Bild, denn die Feldmarkierungen der "American Footballer" stören das Auge des europäischen Fußball-Fans.

Doch dies ist nur eine Momentaufnahme. Wie immer bei Red Bull gibt es langfristige Pläne und Dietrich Mateschitz hat ein durchgeklügeltes Konzept vorliegen. Der für die wirtschaftlichen Belange zuständige Marc De Grandpre hat im April die Geschäfte übernommen und soll dieses umsetzen. Der Kanadier war zuvor schon sieben Jahre im Marketingbereich für "Red Bull North America" tätig. "Wir glauben, dass Fußball früher oder später Baseball, Basketball und Football einholen wird. Weltweit ist Fußball der Sport, der die meisten Emotionen hervorruft", meinte der Kanadier am Rande des Kantersiegs über Real Salt Lake.

Über das Budget wird nicht geredet, doch sollen für die Übernahme des Klubs, einen Anteil am neuen Stadion sowie das Namensrecht insgesamt 100 Mio. Dollar in den "Big Apple"-Verein mit Heimat in New Jersey fließen. Spatenstich für den "Red Bull Parc", der 25.000 Zuschauer fassen soll, ist bereits im September, 2008 soll das kleine, aber feine Prunkstück fertig sein. Bis dahin soll der Zuschauer-Schnitt von 13.000 in der MLS bei den Red Bulls auch gesteigert werden. Viel Geld wird in den Nachwuchs investiert werden, in einer "Youth Academy" gibt es zwei Gruppen: Jene der 7- bis 14-Jährigen und jene von 14 bis 20.

Der Franzose Youri Djorkaeff, Weltmeister von 1998, und der ebenfalls schon ein bisschen als Auslaufmodell dienende Ex-US-Teamtorhüter Tony Meola sind die klingendsten Namen im Team. Ein Ziel von Manager De Grandpre und auch dem seit August verpflichteten, für alle sportlichen Belange zuständigen Bruce Arena ist es freilich, die im US-Sport teilweise üblichen Gehaltsobergrenzen im Fußball (laut mlsnet.com derzeit 1,9 Mio. US-Dollar pro Jahr für RB New York) anzuheben.

Erst danach sind Verpflichtungen von wirklichen, aktuellen Topstars möglich, und schon allein deshalb sind Gerüchte um eine Verpflichtung von Ronaldo oder Zidane wohl eher ein guter Marketing-Gag. Dass Markus Schopp von Salzburg nach New York übersiedeln soll, bestätigte De Grandpre hingegen. "Wir hoffen, dass er bald da ist."

(apa/red)