New York von

Proteste: Weißer Polizist
soll bestraft werden

Todesschüsse auf Afroamerikaner abgegeben: Justizminister kündigt Ermittlung an

Die New Yorker fordern eine Anklage gegen jenen Polizisten, der einen schwarzen Jugendlichen erschossen hat. © Bild: imago/Xinhua

Mit Protestmärschen haben Hunderte Menschen am Mittwoch auf die Entscheidung einer Grand Jury in New York reagiert, dass sich ein weißer Polizist nicht wegen des Todes eines Afroamerikaners verantworten muss. "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden", riefen die Demonstranten, die sich in New York unter anderem am belebten Times Square und am Rockefeller Center versammelten.

US-Justizminister Eric Holder kündigte nationale Ermittlungen zu dem Todesfall des Schwarzen an. Die New Yorker Polizei nahm mindestens 30 Menschen fest, darunter Demonstranten, die versuchten, sich auf die Straßen zu setzen. Proteste gab es auch in Harlem und in Staten Island - dem Stadtteil, in dem der 43-jährige Eric Garner nach einem Polizeieinsatz gestorben war. Garner war dort Mitte Juli von mehreren weißen Polizisten niedergerungen worden, die ihn des illegalen Zigarettenverkaufs verdächtigten.

Video belegt Fall Eric Garner

Auf einem Amateurvideo war später zu sehen, wie einer der Beamten ihn im Würgegriff hält, obwohl dies laut Dienstvorschriften verboten ist. Der unter Asthma leidende, übergewichtige Mann beschwert sich in dem Video mehrmals, dass er keine Luft mehr bekomme. Dann verliert er das Bewusstsein. Im Krankenhaus wurde der sechsfache Vater später für tot erklärt.

Am Mittwoch teilte die New Yorker Staatsanwaltschaft schließlich mit, dass die Grand Jury nach Beratungen über die vorlegten Beweise befunden habe, "dass es keinen begründeten Anlass für die Erhebung einer Anklage gibt". New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sagte anschließend, die Entscheidung sei eine, "die viele in unserer Stadt nicht gewollt haben". Er rief zur Gewaltlosigkeit auf.

Obama: "Ist ein amerikanische Problem"

US-Präsident Barack Obama sagte zu der Entscheidung, es gebe "zu viele Beispiele" dafür, dass sich Menschen nicht fair behandelt fühlten. "Manchmal kann das ein Missverständnis sein, aber manchmal ist es Realität." Dies sei ein "amerikanisches Problem", kein Problem von Schwarzen. Auch in Washington gab es kleinere friedliche Proteste.

Eine ähnliche Entscheidung hatte in der US-Kleinstadt Ferguson im Staat Missouri kürzlich für schwere Krawalle gesorgt. Dort hatte ein weißer Polizist im August einen schwarzen Jugendlichen erschossen - auch in diesem Fall hatte sich eine Grand Jury gegen eine Anklage entschieden.

Diesmal kündigte nun Justizminister Holder eine nationale Ermittlung an. Nachdem die Untersuchungen vor Ort abgeschlossen seien, solle nun auf Bundesebene geprüft werden, ob im Todesfall Garner Bürgerrechte verletzt worden seien, sagte Holder am Mittwoch (Ortszeit) vor Journalisten. Er versprach eine "unabhängige, tiefgründige, gerechte und schnelle" Untersuchung.

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