Schüsse in US-Schule von

Lehrer stellt sich vor Schüler

45-Jähriger stirbt, als er Teenager vor Schüssen eines Mitschülers bewahren will

School Shooting In Nevada Leaves Two Dead, Two Critically © Bild: 2013 Getty Images/David Calvert

Nach den tödlichen Schüssen an einer Schule im US-Bundesstaat Nevada haben die Ermittler nach einer Erklärung für die Bluttat gesucht. Der genaue Ablauf der Tat war am Dienstag weiter unklar. Am Montag, dem ersten Tag nach Ende der Herbstferien, hatte ein Teenager mit der halbautomatischen Pistole seiner Eltern einen Mathematiklehrer erschossen. Anschließend nahm sich der Bub das Leben.

Zwei zwölfjährige Mitschüler lagen mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Die Tragödie ereignete sich eine Viertelstunde vor Unterrichtsbeginn an der Sparks Middle School in der Nähe der Stadt Reno, wie die Polizei mitteilte. Offenbar stellte sich der Lehrer dem Amokläufer in den Weg, als dieser auf dem Schulhof eine Waffe zog.

Tat aus Rache?

Möglicherweise wollte sich der Teenager an Mitschülern rächen. "Er war ein richtig netter Bursch", zitierte der Nachrichtensender CNN eine Schulkameradin. Sie habe aber gesehen, wie er öfter gehänselt worden sei. Ein anderer Augenzeuge sagte dem TV-Sender CBS, dass der Schütze die Waffe auf eine Gruppe Mitschüler gerichtet habe. "Ihr habt mein Leben ruiniert, jetzt ruiniere ich Euers", soll der Teenager gesagt haben. Die Polizei betonte allerdings, noch sei es zu früh, um Aussagen über das mögliche Motiv zu treffen.

Nach Angaben des "Reno Gazette Journal" dauerten die Bluttaten nur drei Minuten. Eine Schülerin sagte der Zeitung, dass der Schütze mit der Waffe vor Mitschülern herumgefuchtelt habe. "Er hat die ganze Zeit gesagt: 'Auf den Boden, auf den Boden'." Dann habe er die Waffe auf einen Buben gerichtet und abgedrückt, erzählte das Mädchen. Der Mathematiklehrer habe versucht dazwischenzugehen. "Leg' sie weg, das lohnt sich nicht", soll der Pädagoge gesagt haben. Er wurde erschossen.

In den USA werden Schulen immer wieder zum Schauplatz von Schießereien. Im Dezember 2012 sorgte ein Amoklauf an einer Grundschule in Newtown im Bundesstaat Connecticut für Entsetzen. Ein junger Mann erschoss dort 26 Menschen, darunter 20 kleine Kinder. Die Tat heizte die Debatte über die laxen Waffengesetze des Landes an, eine Verschärfung der Regelungen scheiterte aber im Frühjahr im US-Kongress.

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