Neuwahlbeschluss mit schweren Folgen: Totalabsturz für Gusenbauer in Umfragen

Vertrauensindex: Molterer legte zu, Faymann verlor PLUS: Pilz erteilt VP Absage: "Grüne nicht flirtbereit"

Neuwahlbeschluss mit schweren Folgen: Totalabsturz für Gusenbauer in Umfragen © Bild: Reuters

Der Neuwahlbeschluss hat das Vertrauen der Österreicher in unsere Politiker durcheinander gewirbelt. Der aktuelle APA/OGM-.Vertrauensindex ortet ein "deutliche Veränderungen im Politikervertrauen", so OGM-Chef Wolfgang Bachmayer. So konnte etwa ÖVP-Chef Wilhelm Molterer gegenüber Juni zulegen, auch wenn sein Vertrauens-Saldo mit minus zwei Punkten negativ bilanziert. Hauptverlierer ist Noch-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer mit einem Indexwert von minus 41, was einen Verlust von zwölf Prozentpunkten bedeutet. SPÖ-Spitzenkandidat Werner Faymann erreicht mit 16 Punkten einen positiven Wert, verlor aber mit zehn Prozentpunkten ebenfalls deutlich.

Für den Vertrauensindex wurden 500 Österreicher telefonisch abgefragt: "Vertrauen Sie xy oder vertrauen sie xy nicht oder kennen Sie xy nicht?" Aus den Werten wurde dann der Saldo gebildet, der für das Ranking herangezogen wird. Die Befragung fand am 14. Juli statt, also eine Woche, nachdem Wilhelm Molterer verkündet hatte, dass es ihm reiche.

Damit habe der Vizekanzler "Entschlusskraft und Führungswillen demonstriert", meint Bachmayer. Dies schlage sich in den Vertrauenswerten nieder, Molterer legte um acht Punkte von minus zehn auf minus zwei zu. Damit verringerte sich sein Abstand zu Werner Faymann (Saldo: 14 Punkte), der im Juni elf Punkte gewonnen hatte, diesen Zuwachs aber praktisch wieder einbüßte. "Offensichtlich als Kritik am 'Leserbrief' an die 'Kronen Zeitung'", erklärt Bachmayer.

Gusenbauer "Hauptverlierer"
"Hauptverlierer" im Zuge seiner "Abberufung" und des "Krone"-Briefs ist laut Bachmayer Gusenbauer, der zwölf Punkte verlor und nun gleichauf mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bei minus 41 Prozent liegt. "Absolutes Schlusslicht" mit einem weiteren Vertrauensverlust von minus vier Punkten ist BZÖ-Obmann Peter Westenthaler (minus 71). Der Grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen erzielte einen Vertrauenswert von acht Punkten.

Deutliche Einbußen gab es für ÖVP-Außenministerin Ursula Plassnik: Sie liegt mit zwar 24 Vertrauenspunkten am dritten Platz knapp vor Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (S), verlor allerdings gegenüber Juni sieben Punkte. "Offensichtlich als Folge ihrer Rolle im Zuge der Diskussionen über den EU-Schwenk der SPÖ", so Bachmayers Diagnose. Steigende Vertrauenswerte gab es für Justizministerin Maria Berger (S) (plus vier Punkte auf 21). Umweltminister Josef Pröll (V) hat mit 40 Punkten fünf Prozentpunkte gewonnen und so den zweiten Platz "abgesichert", führt Bachmayer aus: "Wahrscheinlich, weil er sich in den letzten Wochen aus dem politischen Schützengraben in der ersten Reihe zurückgezogen hat". Die neue Innenministerin Maria Fekter (V) wurde erstmals abgefragt und erzielte einen Vertrauenswert von plus zwei Prozentpunkten.

Fischer top
Als vertrauenswürdigster Politiker gilt den Befragten nach wie vor mit großem Abstand Bundespräsident Heinz Fischer mit einem Index von 62 Prozent. Zum zweiten Mal in Folge habe er allerdings "etwas Zustimmung verloren" (minus vier Punkte im Juli), so Bachmayer. Als Grund nennt er "das Ende der Großen Koalition und Angriffe aus ÖVP-Reihen".

(apa/red)