Neunmonatige Odyssee auf hoher See: Drei mexikanische Fischer unversehrt gerettet

Männer überlebten durch Fisch, Regen und die Bibel Am Land zuerst nach Süßigkeiten verlangt

Nach einer neunmonatigen Odyssee im Pazifik sind drei mexikanische Fischer unversehrt auf den Marshall-Inseln eingetroffen. Die drei Männer setzten am Montag erstmals wieder ihren Fuß auf Land, nachdem ihr acht Meter langes Boot aufs offene Meer abgetrieben worden war. Der Gruppe gehörten ursprünglich fünf Fischer an. Zwei Männer überlebten die Tortur jedoch nicht, wie die Geretteten dem mexikanischen Botschafter in Neuseeland, Luis Enrique Franco, berichteten.

Nach ihrer Ankunft hätten die drei Männer zuerst nach Süßigkeiten gefragt, sagte Franco der mexikanischen Zeitung "El Universal". Während der langen Zeit auf See ernährten sie sich mit rohem Fisch und dem Fleisch von Seevögeln. Ihren Durst stillten sie mit Regenwasser. Franco sagte, die Überlebenden seien wohlauf. Zwei Männer litten jedoch unter stark geschwollenen Armen und Beinen aufgrund der Einwirkung der Sonne und des Salzwassers. Franco flog auf die Marshall-Inseln, um die Rückkehr der Fischer zu organisieren.

Der 27-jährige Jesus Vidana sagte, die Gruppe sei am 28. Oktober 2005 in San Blas im mexikanischen Bundesland Nayarit zu einer Jagd nach Haien aufgebrochen. Da es sich nur um eine kurze Fahrt entlang der Pazifikküste handeln sollte, nahmen die Männer neben Taschenlampen und einem Kompass nur wenig Proviant mit. Mechanische Probleme und ungünstiger Wind bewirkten jedoch, dass das neun Meter lange Boot auf die offene See getrieben wurde. Um sich die Zeit zu vertreiben, hätten sie in der Bibel gelesen und gebetet, sagte Vidana. Schließlich wurden sie von einem Fischerboot nahe der Marshall-Inseln gerettet - 8.850 Kilometer von San Blas entfernt.

In Mexiko machte die drei Männer ihr Schicksal zu Nationalhelden. Die mexikanische Bischofskonferenz sprach von einer beispielhaften Glaubensstärke und erklärte: "Wir sollten dem Beispiel dieser drei Fischer folgen und das Gebet zur Quelle unserer Stärke machen." (apa/red)