Skispringen von

Kann sich ÖSV-Duo heute
an der Spitze behaupten?

Kraft und Hayböck zum Neujahrsspringen voller Selbstvertrauen

Kraft und Hayböck © Bild: APA/DPA/Karmann

Die Basis ist gelegt, in Garmisch-Partenkirchen gilt es für Stefan Kraft und Michael Hayböck, sich an der Spitze zu behaupten. Das Duo strotzt nach dem Auftakt-Doppelsieg vor Selbstvertrauen, da spielt es auch keine Rolle, dass die beiden in der Vorsaison in Bayern zum Jahresauftakt nur die Plätze 30 bzw. 24 belegt haben.

"Ich habe zur Zeit schon das Gefühl, dass ich nicht viel falsch machen kann", betonte Spitzenreiter Kraft. Der Salzburger geht davon aus, dass es für ihn und Hayböck in ähnlicher Tonart weitergeht. "Ich glaube, wir werden noch ein paar schöne Tage bei der Tournee verbringen." Allerdings könne es auch schnell in die andere Richtung gehen, merkte der 21-Jährige an.

Ammann aus dem Rennen

Siehe Simon Ammann, der Schweizer war in Oberstdorf bei großer Weite nach der Landung zu Sturz gekommen. Der Vierfach-Olympiasieger, in Garmisch seit 2010 Schanzenrekordhalter, ist damit aus dem Rennen. Und auch die aussichtsreich platzierte Konkurrenz muss zum Teil bereits viel Boden auf Kraft gut machen. Bei Hayböck sind es 6,9 Punkte. Trotz dieser Konkurrenzsituation sei die Stimmung im gemeinsamen Zimmer weiterhin bestens. "Es gibt keine internen Machtkämpfe. Ich denke, wir können uns weiter gegenseitig pushen", sagte der Oberösterreicher.

Der neue Weltcupführende besteht darauf, dass sich die Hierarchie im Team nicht geändert hat. "Ich spiele nicht die Hauptrolle. Ich will einfach so drauf bleiben, wie ich es momentan bin." Seine bisherige Konstanz will der noch auf seinen ersten Sieg wartende 23-Jährige weiter ausspielen, schließlich haben andere die Tournee auch schon ohne einen einzigen Tagessieg gewonnen. Die Schanze in Garmisch liege ihm jedenfalls, so Hayböck, die Anlaufspur sei identisch mit jener auf seiner Heimanlage in Hinzenbach.

Kuttin: Schanze unwichtig

Für ÖSV-Chefcoach Heinz Kuttin ist es ohnehin nur von geringer Bedeutung, welche Schanze gerade an der Reihe ist. "Das spielt keine Rolle, wenn man gut in Form ist, fühlst du dich auf jeder Schanze wohl. Wir wollen ein Gefühl für die Schanze gewinnen und wieder zuschlagen", bekräftigte der Kärntner. Darüber hinaus möchte er das in Oberstdorf verfehlte Ziel, alle sieben Springer ins Finale zu bringen, nachholen.

Gregor Schlierenzauer hatte das als Sechster zwar souverän geschafft, ein Absturz im 2. Durchgang warf den zweifachen Tourneesieger aber aussichtslos zurück. Derzeit funktioniere leider nicht alles optimal, bekannte Schlierenzauer. Er will sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. "Ich bin auf meinem Weg zum hoffentlich baldigen Erfolg. Man muss diesen Weg einfach weiter gehen. Die nächste Etappe ist der 1.1.2015." Die WM im Februar sei eine weitere.

Kofler zufrieden

Im Gegensatz zum dreimaligen Garmisch-Sieger mischt sein Tiroler Landsmann Andreas Kofler als Fünfter noch vorne mit. "Ich habe mich gut geschlagen, ich bin sehr zufrieden", stellte der Routinier fest.

Hinter Kofler darf sich auch der Norweger Anders Fannemel noch etwas ausrechnen. Sein Rückstand von mehr als 20 Punkten auf Kraft könnte aber schon zu viel sein. "Ich würde mir wünschen, dass Anders den Besten näher gekommen wäre, aber es ist so wie es ist, und wir werden nicht aufgeben", sagte dessen österreichischer Trainer Alexander Stöckl. Als Vierter hat der stark aus einer Verletzungspause zurückgekommene Olympiasieger Kamil Stoch (POL) aber deutlich bessere Chancen.

Stoch nie abschreiben

Experten, wie der deutsche Ex-Weltmeister Martin Schmitt, sind aber der Meinung, dass nur noch Kraft, Hayböck und der drittplatzierte Slowene Peter Prevc für den Gesamtsieg infrage kommen. "Wenn nicht allzu viel passiert, muss man es auf diese drei reduzieren. Kamil Stoch darf man als Doppel-Olympiasieger nie abschreiben, aber 17 Punkte Rückstand sind schon zu viel. Zudem muss man davon ausgehen, dass er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist", meinte Eurosport-Co-Kommentator Schmitt.

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