Neues Schwergewicht am Elektro-Markt: Niedermeyer-Eigentümer vor Cosmos-Kauf

Elektrobranche: Grossnigg käme auf 24% Marktanteil FORMAT: Kunden können auf sinkende Preise hoffen

Neues Schwergewicht am Elektro-Markt: Niedermeyer-Eigentümer vor Cosmos-Kauf

Mit Hardcore-Erotik zum Verkaufserfolg: Derzeit wirbt die Elektrokette Cosmos in einer der freizügigsten in Österreich je gezeigten Kampagnen mit Models in Lack und Leder, denen schnöde Fernseher, Staubsauger und Digitalkameras als Fetische dienen.

Wie lange die Werbelinie noch läuft, ist allerdings fraglich. Denn die Bawag-Tochter Cosmos - hinter der Metro-Gruppe mit MediaMarkt und Saturn die Nummer zwei der Branche - bekommt Ende August einen neuen Eigentümer: Der Sanierungsspezialist Erhard Grossnigg, 60, hat im Verkaufsverfahren seinen Mitbewerber, den Investor Josef Taus, überboten.

24 Prozent Marktanteil für Grossnigg
Grossnigg, dem auch schon die Kette Niedermeyer gehört, wird damit zu einem Schwergewicht im Elektrohandel. Der Investor kommt nun mit 28 Cosmos-und 115 Niedermeyer-Filialen auf rund 24 Prozent Marktanteil am 3,5 Milliarden Euro Umsatz schweren österreichischen Elektromarkt.

Die MediaMarkt/Saturn-Gruppe bleibt mit einer Milliarde Euro Jahresumsatz Marktführer, doch Grossnigg kann dank größerer Marktmacht nun günstiger einkaufen und die Preise drücken. Mit dem Deal weht nun ein neuer Wind in der Branche. Für Konsumenten wird es möglicherweise billiger, für Mitbewerber wie Red Zac oder Hartlauer mit Sicher-heit schwieriger. MediaMarkt/Saturn-Boss Gerhard Sandler gibt sich bereits kämpferisch: "Unsere Preise kann niemand unterbieten. Das haben schon andere versucht." Seine Marktdominanz will Sandler mit neuen Standorten noch weiter ausbauen.

Cosmos: Hundert Millionen Euro Verlust
Mit fünf bis sechs Millionen Euro Jahresverlust im Vorjahr ist Cosmos ein Sanierungsfall. Insgesamt haben sich in den vergangenen Jahren mehr als hundert Millionen Euro Verlust angesammelt. Branchenexperten meinen, dass Grossnigg Taus im Wettrennen der beiden prominenten Wirtschaftskapitäne nur durch einen unrealistisch hohen Kaufpreis ausstechen konnte.

Doch Grossnigg hatte bereits bei Niedermeyer eine glückliche Hand. Paul Niederkofler, von Grossnigg in die Geschäftsführung der Handelskette entsandt, schaffte binnen weniger Monate den Turnaround. Niederkofler: "Wir könnten das Unternehmen jederzeit verkaufen."

Synergien zwischen Niedermeyer und Cosmos
Das hat die Sanierungstruppe aber nicht vor. Sobald die noch ausstehenden letzten Formalitäten der Cosmos-Übernahme abgewickelt sind, sollen die Einkaufsverträge auf das jeweils bessere Niveau angehoben und Synergien lukriert werden.

Zu erwarten ist, dass Grossnigg Niedermeyer hält, bis Cosmos saniert ist, um die beiden Firmen in drei bis fünf Jahren im Paket zu verkaufen. Als Käufer böte sich der britische Elektroriese Dixons an, der bisher vergeblich in Österreich zu starten versuchte und sowohl Kleinflächen wie Niedermeyer als auch Megastores wie Cosmos betreibt. Doch Niederkofler dementiert: "Wir haben keinerlei Kontakt zu Dixons."

Die gesamte Story zum Cosmos-Deal finden Sie im aktuellen FORMAT!