Neues Ölleck sprudelt im Golf von Mexiko:
Küstenwache-Boot rammte Bohrplattform

30 Meter hohe Fontäne schoss nach Unfall in die Höhe "Leichter Ölfilm" auf der Wasseroberfläche zu sehen

Neues Ölleck sprudelt im Golf von Mexiko:
Küstenwache-Boot rammte Bohrplattform © Bild: AP/Semansky

An der Küste des Golfs von Mexiko ist nach einem Unfall ein neues Ölleck entstanden. Ein Lastkahn rammte eine verlassene Bohranlage im Mud Lake, einer kleinen Ausbuchtung der Barataria Bay im US-Staat Louisiana. Nach dem Zusammenstoß schoss eine Fontäne aus Wasser, Erdgas und Öl rund 30 Meter in die Höhe.

Auf dem Wasser bildete sich ein knapp zwei Kilometer langer Ölstreifen. Einsatzkräfte legten schwimmende Barrieren aus, um eine Ausbreitung des Ölteppichs zu verhindern. Nach Angaben der örtlichen Küstenwache zog ein Schlepper den Lastkahn hinter sich her, als dieser den Bohrlochkopf traf. Der Schiffskapitän habe den ermittelnden Behörden erklärt, die Bohranlage sei nicht, wie vorgeschrieben, beleuchtet gewesen. Besitzer der Anlage sei das Unternehmen Cedyco Corporation mit Sitz im US-Staat Texas.

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Das Ölleck sei winzig im Vergleich zu dem, das durch die Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" entstanden war, sagte ein örtlicher Behördensprecher. Der Unfall, durch den der Schiffsverkehr in die Barataria Bay lahmgelegt wurde, werde Einsatzkräfte nicht daran hindern, die Aufräumarbeiten im Golf von Mexiko wieder aufzunehmen. Wegen des Tropensturms "Bonnie" mussten die Arbeiten kurzzeitig unterbrochen und die Einsatzkräfte in Sicherheit gebracht werden.

Nach Angaben der US-Küstenwache ist mehr als drei Monate nach Beginn der Katastrophe nur noch an wenigen Stellen im Golf von Mexiko ein Ölfilm auf dem Wasser zu finden. Zuletzt hätten deswegen nur noch 160 Liter Öl von der Oberfläche abgeschöpft werden können, sagte Konteradmiral Paul Zukunft. (apa/red)