Neues medizinisches Gutachten von Elsner: Wohl keine Auslieferung vor Weihnachten

Überstellung wäre laut Anwälten "lebensbedrohlich" Hundstorfer überzeugt: "Irgendwann wird er da sein"

Neues medizinisches Gutachten von Elsner: Wohl keine Auslieferung vor Weihnachten

Der unter Betrugs- und Untreueverdacht stehende frühere BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner dürfte wohl nicht vor Weihnachten von Frankreich nach Österreich ausgeliefert werden. Die Anwälte Elsners haben ein neues Gutachten vorgelegt, wonach eine Überstellung "lebensbedrohlich" wäre.

Wenn die französischen Berufungsrichter des Cour de Cassation der Argumentation nicht folgen und das Verfahren nicht neu aufrollen, wollen die Anwälte den Europäischen Gerichtshof in Straßburg anrufen. In beiden Fällen wäre die Überstellung aufgeschoben, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner neuen Ausgabe.

ÖGB-Chef Rudolf Hundstorfer sagte, auch wenn Elsner weiter "mit der Medizin spiele, irgendwann wird der Tag kommen, wo er da ist und irgendwann wird der Fall gerichtlich aufgearbeitet". Dass dadurch noch weitere unangenehme Details aus der Affäre rund um die Gewerkschaftsbank aufkommen könnten, fürchtet Hundstorfer nicht. "Alles, was die BAWAG betrifft, liegt am Tisch", sagte ÖGB-Chef. Dennoch bekräftigte er seine Forderung, dass der Banken-Ausschuss im Parlament "so rasch wie möglich" abgeschlossen werden solle.

Elsner wird in Österreich wegen des Verdachts der Untreue, schweren Betrugs und Bilanzfälschung gesucht und wurde am 14. September in Frankreich auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls festgenommen. Auch nach seiner Verhaftung im südfranzösischen Mougin machte der Banker gesundheitliche Probleme geltend, um nicht nach Wien gebracht zu werden. Er war zunächst im größten Spital von Marseille in Haft, nach seiner Freilassung auf Kaution Anfang Oktober wurde er in ein Spital in Mougin gebracht. (apa)