Neues Großspital in Wiener Brünner Straße: Kosten für Krankenhaus betragen 605 Mio. €

Porr, Siemens und Vamed bauen Gebäude ab 2010 110.000 m² Bruttogeschoßfläche und 850 Betten

Neues Großspital in Wiener Brünner Straße: Kosten für Krankenhaus betragen 605 Mio. € © Bild: APA/Reiter

Der Standort für das Krankenhaus Wien-Nord steht fest: Es wird im Bezirk Floridsdorf auf einem rund 120.000 Quadratmeter großen ÖBB-Grundstück an der Brünner Straße 68-70 errichtet. Das haben Bürgermeister Michael Häupl, Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely und Finanzstadträtin Renate Brauner bei der Klubtagung der Wiener SPÖ in Rust bekanntgegeben.

Ab 2010 wird ein Errichterkonsortium aus Porr, Siemens und Vamed das derzeitige Industriegebiet für den städtischen Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) in ein - wie versichert wurde - hochwertiges Gesundheitsareal umwandeln. Versprochen wird ein "High-Tech-Spital mit Wohlfühlcharakter". Seit dem Jahr 2006 war EU-weit nach einem privaten Partner mit entsprechendem Grundstück gesucht worden.

110.000 m² Bruttogeschoßfläche & 850 Betten
Das neue Haus im Norden Wiens wird über rund 110.000 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche und 850 Betten verfügen. Bereits im April soll der ebenfalls EU-weite Architekturwettbewerb für das Spital ausgelobt werden, dessen Ergebnis für Anfang 2009 erwartet wird. Fix ist laut Wehsely jedenfalls, dass es nur Ein- und Zweibettzimmer geben wird.

Das bisherige Krankenhaus Floridsdorf, die Semmelweis-Frauenklinik und das Orthopädische Krankenhaus Gersthof werden komplett in das neue Spital übersiedeln. Aus dem Krankenhaus Hietzing ziehen Herzchirurgie, Kardiologie und Teile der Neurologie im neuen Krankenhaus Nord ein.

Das - zuletzt in die Kritik geratene - Otto-Wagner-Spital gibt Teile der Pulmologie, Thoraxchirurgie sowie der Psychiatrie ans neue Spital ab. Das erklärte Ziel ist dabei laut Stadtregierung eine weitere Regionalisierung und die Betreuung der Psychiatriepatienten in Schwerpunktkrankenhäuser. Aus dem Wilhelminenspital wird ein Teil der Kinder- und Jugendheilkunde in den Norden Wiens transferiert. Zusätzliche Betten wird es am neuen Standort für die Kinder- und Jugendpsychiatrie und für die Unfallchirurgie geben.

Damit wird das neue KAV-Krankenhaus unter anderem über folgende medizinische Schwerpunkte verfügen: Anästhesie, Erstversorgung, Chirurgie (Allgemeinchirurgie), Gynäkologie und Geburtshilfe, Herzchirurgie, Innere Medizin, Kardiologie, Kinder- und Jugendheilkunde, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Neurologie, Orthopädie, Psychiatrie, Pulmologie, Thoraxchirurgie sowie Unfallchirurgie.

Kosten wird das Spital laut Finanzstadträtin Brauner rund 605 Mio. Euro. Die Bauzeit ist mit drei Jahren veranschlagt. Öffentlich erreichbar ist das neue Krankenhaus mit der Schnellbahnlinie 3, den Straßenbahnlinien 30 und 31 sowie den Bussen 228, 420 und 426.

(apa/red)