Neuerliche Aufregung um Wolfssichtung im Mühlviertel

von Neuerliche Aufregung um Wolfssichtung im Mühlviertel © Bild: APA/APA/dpa-Zentralbild/Klaus-Dietmar Gabbert

Im Mühlviertel kommt es immer wieder zu Wolfssichtungen

Eine neuerliche Wolfssichtung im Mühlviertel sorgt für Aufregung in Oberösterreich. Eine 13-Jährige soll beim Joggen am Ostersonntag auf zwei Wölfe getroffen und von einem sogar ein Stück verfolgt worden sein. Im zuständigen Agrarressort des Landes Oberösterreich stuft man die Schilderungen den Mädchens als glaubwürdig ein und befürchtet, dass es sich mittlerweile um die zweite Generation von Tieren handelt, die zu wenig Scheu vor dem Menschen zeigen.

Im Mühlviertel rund um den betroffenen Ort Windhaag bei Freistadt häuften sich zuletzt Meldungen von Wolfssichtungen. Es soll im Grenzgebiet zwischen Ober- und Niederösterreich zwei Rudel geben. Bereits mehrmals hat das Land Oberösterreich eine Abschussgenehmigung erlassen, zwei Tiere wurden tatsächlich getötet. Im aktuellen Fall geht man eher davon aus, dass es sich um junge Wölfe handelt, die ihr Rudel verlassen müssen und auf Reviersuche sind. Das könnte aber bedeuten, dass es bereits eine zweite Generation gibt, die wenig Scheu vor dem Menschen zeigt.

Bevor eine Abschussgenehmigung erlassen werden darf, muss ein Wolf binnen 14 Tagen zweimal vergrämt worden sein. Dann kann er in einem Zeitfenster von vier Wochen im Umkreis von zehn Kilometern um den Sichtungsort zum Abschuss freigegeben werden. Auch in diesem Fall werde man nicht zögern, dies zu tun, hieß es aus dem Ressort von Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP), rechtlich sei aber vorher noch eine zweite Sichtung bzw. Vergrämung Voraussetzung. Daher pocht man beim Land einmal mehr auf eine Änderung auf EU-Ebene, um schneller reagieren zu können.

Die Eltern des Mädchens waren am Mittwoch mit ihrer Schilderung an die Öffentlichkeit gegangen, in der sie berichteten, ihre Tochter sei "in großer Panik und Todesangst" vor den Tieren geflüchtet. "Bisher hatten wir nur Angst um unsere Tiere, doch jetzt haben wir Angst um unsere Kinder", heißt es in dem Schreiben des Landwirte-Paares an die Medien.