Neuer Wählerrekord in Tirol: Erstmals über 500.000 Menschen zu Urnengang aufgerufen

Wählen mit 16 und Briefwahl wurden heuer eingeführt Zahl der wählenden Auslandstiroler nicht abschätzbar

Bei der Tirol-Wahl am 8. Juni werden erstmals bei einer Landtagswahl mehr als eine halbe Million Bürger stimmberechtigt sein. Mit rund 521.000 "Inlandstirolern" rechnet das Land - was fast acht Prozent mehr sind als die 483.559 des Jahres 2003. Dies ist vor allem auf die Senkung des Wahlalters von 18 auf 16 Jahre zurückzuführen. Zu den 521.000 kommen noch die heuer erstmals stimmberechtigten "Auslandstiroler". Wie viele von ihnen sich in die Wählerevidenz eintragen lassen, ist noch nicht abschätzbar.

Auslandstiroler dürfen an der Wahl teilnehmen, wenn sie ihren Hauptwohnsitz vor nicht mehr als zehn Jahren ins Ausland verlegt haben. Außerdem müssen sie sich rechtzeitig in die von der früheren Wohnsitz-Gemeinde geführte Wählerevidenz eintragen lassen. Mit diesem Antrag kann gleich für alle Landtagswahlen, bei denen das Wahlrecht besteht, die automatische Zusendung einer Wahlkarte verlangt werden.

Auch die Zahl der Wahlkarten (2003 waren es rund 7.300) dürfte beträchtlich steigen. Denn nicht nur Auslandsösterreicher, auch Inlandsösterreicher dürfen sich - entsprechend der neuen Landtagswahlordnung - nun der Briefwahl bedienen. In Niederösterreich, wo bei der Landtagswahl am 9. März die österreichweite Premiere für die Briefwahl stattfand, haben heuer um 80 Prozent mehr Wahlberechtigte (fast 92.000 der insgesamt fast 1,4 Mio.) Wahlkarten angefordert als 2003.

Wahlfaule Tiroler
Die durch die Briefwahl erhoffte Steigerung der Wahlbeteiligung könnte Tirol - nach dem Einbruch 2003 - gut brauchen: Bei der ersten Wahl ohne Wahlpflicht vor vier Jahren war die Beteiligung um ein Viertel (von zuvor 80,6 auf 60,9 Prozent) zurückgegangen. Damit zählen die Tiroler - gemeinsam mit den Wienern und Vorarlbergern - mit Abstand zu den wahlfaulsten Österreichern.

Tirol hat das neue Wahlrecht (Wählen mit 16 und Briefwahl) - das der Bund im Vorjahr vorgab - mit Ende Jänner in die Landtagswahlordnung übernommen. Nunmehr ist die Stimmabgabe per Brief von jedem Ort im In- und Ausland ab Erhalt der Wahlkarte bis zum Wahlschluss am 8. Juni möglich. Die Wahl-Briefe müssen bis spätestens 16. Juni, 12.00 Uhr, bei der zuständigen Kreiswahlbehörde eingelangt sein. Wie bisher kann die Wahlkarte aber auch dafür verwendet werden, die Stimme am 8. Juni in einem "fremden" Wahllokal in Tirol oder z.B. bei Bettlägrigkeit zu Hause vor einer "fliegenden Wahlkomission" abzugeben.

Inlandstiroler können die Wahlkarte (schon seit der Wahlausschreibung am 20. März) beim Bürgermeister der Gemeinde, in der sie in die Wählerevidenz eingetragen sind, beantragen. Bis zum zwei Tage vor der Wahl, 12.00 Uhr, können die Anträge mündlich gestellt werden, bis vier Tage vorher schriftlich.

(apa/red)