Neuer Streckenrekord beim Wien-Marathon:
Marokkaner Mrikik gewinnt in 2:08:20 Std.

Triumph vor Kenians Chebet. Weger wird Zehnter Japanerin Tomo Morimoto gewinnt Damen-Bewerb<br>Susanne Pumper pulverisiert österreichischen Rekord

Optimales Lauf-Wetter, Streckenrekord, österreichischer Rekord - der 23. "Vienna City Marathon" geht als besonderes Rennen in die Geschichte des Wiener Lauf-Klassikers ein. Der Marokkaner Lahoucine Mrikik nutzte die tollen Bedingungen auf neuer Strecke zu der in Wien zuvor noch nie erreichten Marke von 2:08:20 Stunden, für einen neuen österreichischen Maßstab bei den Damen sorgte Susanne Pumper mit dem ÖLV-Rekord von 2:32:21.

12 Grad Celsius hatte es am Start, als sich das Feld von insgesamt rund 14.600 Läufern vor der Wiener Uno-City auf der Wiener Ringstraße auf die 42,195-km-Strecke machte. 6.825 Läufer hatten für den Marathon gemeldet und der Ukrainer Dmitro Baranowski setzte sich gleich an die Spitze dieses Feldes. Der Fukuoka-Sieger vom Dezember hatte sich einen Streckenrekord vorgenommen und der fiel auch, allerdings nicht durch ihn.

Lange Zeit war der 26-Jährige in der Spitzengruppe, auch wenn sein Pacemaker Leonid Schwezow bald aus dem Rennen ausstieg. Die Top-Leute hatten sich auf Kilometer drei beim ersten Einlaufen in die Prater Hauptallee formiert und waren bis Kilometer 30 zusammen geblieben. Neben Baranowski waren dies der Franzose Mohammed Ouaadi, die Kenianer Peter Chebet, Stanley Leleito, Elijah Yator, William Todoo sowie Mrikik.

Mrikik verbessert Bestzeit um 15 Sekunden
Chebet und Mrikik setzten sich von ihren Fluchtgefährten in der zweiten Prater-Session in Höhe des Ernst-Happel-Stadions ab und ließen die Konkurrenz nicht mehr heran kommen. Bei Kilometer 39 gelang Mrikik die entscheidende Tempo-Erhöhung, als er auf einen Kilometer-Schnitt von 2:55 Minuten herunter ging. Den zwei Jahre alten Streckenrekord des Kenianers Samson Kandie drückte Mrikik um 15 Sekunden.

Mrikik verbesserte seine bisherige Top-Marke um nicht weniger als 5:11 Minuten, kann aber nicht als Überraschungssieger bezeichnet werden. Im Vorjahr war er in Wien bereits auf Rang vier gelaufen. "Heuer habe ich wieder Wien gewählt, weil ich keinen ganz großen Marathon wollte. So hat mir das Anfangstempo von 64 Minuten zum Halbmarathon gut gepasst. Dass es 2:08 wurden, verdanke ich der guten Tagesform und dem perfekten Wetter."

Auch Rennleiter Mark Milde war vom Sieger nicht überrascht: "Er ist kein Nobody, war in New York schon Top Ten, hat schnelle Halbmarathon-Zeiten und kannte vor allem die Wiener Strecke." Mrikis schnelle Halbmarathonzeiten bewegten sich durchwegs im Bereich von 61 bis 62 Minuten, die Basis für den guten Marathon holte sich der Afrikaner Anfang des Jahres bei einem über eineinhalb Monate gehenden Höhentrainingslager in seiner Heimat.

Japanerin Moromito schrammt am Rekord vorbei
Fast programmiert war der Sieg einer Japanerin, mit Tomo Moromito schaffte es die Jüngere der beiden "Töchter Nippons". Die 22-Jährige sorgte in 2:24:33 Stunden in ihrem erst zweiten Marathon für eine Verbesserung ihrer Bestzeit um 3:13 Minuten und verfehlte den sechs Jahre alten Streckenrekord der Italienerin Maura Viceconte um nur 46 Sekunden. Morimoto wird mit der zweitbesten jemals von einer Dame gelaufenen VCM-Zeit abreisen.

"Meine Pacemaker waren sehr gut. In der Mitte des Rennens habe ich gemerkt, dass es geht", erklärte die Fünfte des heurigen Osaka-Marathons. Als Ausdruck des Wohlgefühls speziell im Finish darf der Negativ-Split herhalten, also die im Vergeich zur ersten Marathon-Hälfte schnellere zweite Hälfte. Auch Mrikik und Pumper legten gegen Ende eine Tempo-Steigerung hin, Pumper steigerte sich sogar um mehr als eine Minute.

Tomimoto war wichtig, mit ihrer Zeit einen großen Schritt in Richtung Qualifikation für die WM 2007 in Osaka getan zu haben. Sie schnappte ihrer Landsfrau Chieko Yamasaki den ersten Sieg einer Asiatin in Wien weg, die 28-Jährige finishte als Zweite in 2:29:09 unmittelbar vor der Kenianerin Mary Ptikany in 2:31:29. Bei den Herren benötigte Chebet als Zweiter 2:08:56 Stunden, Baranowski wurde in 2:10:56 Dritter.

Ergebnis Herren:
1. Lahoucine Mrikik MAR 2:08:20 (Streckenrekord)
2. Peter Chebet KEN 2:08:56
3. Dmitro Baranowskij UKR 2:10:56
4. Stanley Leleito KEN 2:12:49
5. Oleg Bolochowez RUS 2:12:53
6. Elijah Yator KEN 2:14:01
7. Richard Mutai KEN 2:14:17
8. Joseph Talam KEN 2:14:30
9. William Todoo KEN 2:14:44
10. Roman Weger AUT 2:16:23 (ÖLV-Staatsmeister)
Weiter:
17. Manfred Heit AUT 2:29:07
20. Georg Ruess AUT 2:30:32
22. Peter Pripfl AUT 2:32:16
24. Thomas Srb AUT 2:32:38
Ergebnis Damen:
1. Tomo Morimoto JPN 2:24:33
2. Chieko Yamasani JPN 2:29:09
3. Mary Ptikany KEN 2:31:29
4. Susanne Pumper AUT 2:32:21 (ÖLV-Rekord & -Staatsmeisterin)
5. Rosita Gelpi-Rota ITA 2:37:48
Weiter:
10. Ingrid Eichberger AUT 2:47:26
11. Ursula Bredlinger AUT 2:50:50
Halbmarathon - Herren
1. Hermann Achmüller ITA 1:07:57 Stunden
2. Christian Kremslehner AUT 1:11:34
3. Thomas Pechhacker AUT 1:12:19
Halbmarathon - Damen
1. Kate Allen AUT 1:14:24
2. Andrea Mayr AUT 1:14:24
3. Brigitte Schosch AUT 1:23:39

(apa/red)