"Shoot Out" von

Stallone als Auftragskiller

Platte Comicverfilmung watet im Klischeesumpf und geizt nicht mit Explosionen

"Shoot Out" - Stallone als Auftragskiller © Bild: Warner Bros.

New Orleans ist ein unsicheres Pflaster, vor allem, wenn es vor Klischees rutschig wird. Korrupte Polizisten, gewaltbereite Schurken und immer der falsche Bourbon in der Bar: Sylvester Stallone hat in seinem neuesten Actionstreifen "Shoot Out" als alternder Auftragskiller mit Herz viel auszuhalten, noch dazu, als sein Partner erschossen wird und ein engagierter junger Polizist in der Stadt auftaucht. Der von Walter Hill inszenierte Streifen, der ab Freitag (8. März) im Kino läuft, zeigt sich als Aneinanderreihung von Actionplattitüden der 80er-Jahre.

Wobei an den Zutaten nicht gespart wurde: Viel nackte Haut trifft auf ebenso explosionsreiche wie bleihaltige Konfrontationen, die James "Jimmy Bobo" Bonomo (Stallone) nach dem Verlust seines Kumpanen immer tiefer in die dunklen Machenschaften von Robert Nkomo Morel (Adewale Akinnuoye-Agabje) zieht. Quasi nebenbei wird er von Detective Taylor Kwon (Sung Kang) aufgegabelt, hat Jimmy doch dessen ehemaligen Partner auf dem Gewissen. Aber nichts ist wie es scheint, denn auch dieser Ex-Cop hatte einige Leichen im Keller, und der gewohnt minimalistisch agierende Stallone scheint auf der richtigen Seite zu stehen - zumindest zeitweise.

Laues Action-"Lüftchen"

So kommt es, wie es kommen muss: "Shoot Out" verwandelt sich in ein halbherziges Buddymovie, dessen Dynamik auf den so unterschiedlich veranlagten Charakteren von Stallone und Kang beruht - allerdings ist diese eher ein laues Lüftchen denn ein mitreißender Actionsturm. Dass in dieser testosterongeschwängerten Situation das nötig Maß an weiblichen Reizen nicht fehlen darf, ist für diesen Film selbstverständlich: Sarah Shahi gibt Jimmys Tochter Lisa, die auch flugs von den Bösen als Geisel genommen wird, während das Killer-Cop-Duo eine Festplatte mit den Namen von bestochenen Politikern und Polizisten ergattern konnte.

Mangel an Subtilität

Der Witz, der Actionfilme dieses Kalibers meist erträglicher macht, geht diesen 90 Minuten leider vollends ab. Öde Oneliner, die als solche kaum zu identifizieren sind, wechseln sich mit pompös untermalten Auftritten von Stallone, während in "The Big Easy" die seichte Story vor sich hin plätschert. Diese hat Drehbuchautor Alessandro Camon aus der Comicvorlage "Du plomb dans la tete" des Franzosen Alexis Nolent gezimmert, wobei Feinfühligkeit oder Subtilität nicht gerade Priorität hatten. Am Ende darf man durchatmen, wenn die schweißtreibenden Nächte des amerikanischen Südens durchgestanden sind. Vielleicht mit einem Glas des richtigen Bourbons.

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