Neuer Staatshaushalt präsentiert: Brown bekräftigt Anspruch auf Blair-Nachfolge

Britscher Schatzkanzler lobt Wirtschaftswachstum Brown will künftig Sozialausgaben spürbar steigern

Neuer Staatshaushalt präsentiert: Brown bekräftigt Anspruch auf Blair-Nachfolge

Der britische Schatzkanzler Gordon Brown hat mit einem neuen Haushalt, auf dessen Grundlage er künftig regieren will, den Anspruch auf das Amt des Premierministers bekräftigt. Das Wachstum der Wirtschaft sei heute der größte aller sieben führenden Industrienationen der Welt, betonte Brown. Es werde 2008 mit 2,5 bis drei Prozent ähnlich hoch bleiben.

Er kündigte an, mit seiner Labour-Party zugleich die Sozialausgaben spürbar zu steigern. Mit der Umsetzung seines neuen Haushaltsplans würden "Wohlstand und Fairness für britische Familien" ausgeweitet werden, versprach Brown (56), der seit langem als Nachfolger des Premierministers Tony Blair (53) gilt. Dieser hatte im vergangenen Jahr seinen Rücktritt bis spätestens September 2007 angekündigt.

Brown erklärte, allein das staatliche Gesundheitswesen werde acht Milliarden Pfund (zwölf Milliarden Euro) mehr bekommen, was einer realen Steigerung um sieben Prozent entspreche. Den im Irak und in Afghanistan eingesetzten britischen Streitkräften versprach der Schatzkanzler zusätzlich zu den geplanten Militärausgaben 400 Millionen Pfund (589 Mio Euro).

Insgesamt steige der Staatshaushalt für das Finanzjahr 2007/2008 um 34 Milliarden Pfund auf 587 Milliarden Pfund. Unmittelbar vor der Haushaltsrede nahm Premierminister Blair seinen Schatzkanzler gegen scharfe Kritik Schutz. Ein früherer Staatssekretär in seinem Finanzministerium hatte Brown "stalinistische" Führungsmethoden und die Unterdrückung von abweichenden Meinungen vorgeworfen.

Großbritannien verdanke dem Wirken Browns "die längste Periode wirtschaftlichen Wachstums in unserer Geschichte", erklärte Blair. "Wir sollten darauf stolz sein." In Kreisen der Labour-Partei wird damit gerechnet, dass Blair nach seinem zehnjährigen Amtsjubiläum am 2. Mai einen konkreten Rücktrittstermin nennt. Beobachter gehen von Ende Juni aus. (apa)