Neuer Rektor an Uni Innsbruck: Karlheinz Töchterle übernimmt Ruder an Universität

Geisteswissenschaftler wurde einstimmig gewählt

Neuer Rektor an Uni Innsbruck: Karlheinz Töchterle übernimmt Ruder an Universität

Die Universität Innsbruck hat einen neuen Rektor. Univ.-Prof.- Karlheinz Töchterle ist vom Universitätsrat einstimmig und ohne Enthaltungen zum neuen Chef der Landesuniversität gewählt worden. Der 58-Jährige studierte klassische Philologie und Germanistik in Innsbruck.

1997 erfolgte die Berufung auf ein Ordinariat für Klassische Philologie an der selben Universität.

Mit Univ.-Prof. Karlheinz Töchterle hat ein weitgehend unbekannter Kandidat das Rennen um die Führung der Universität gemacht. Er wird ab 1. Oktober im "Vollbesitz seiner Rechte" das Amt für die Dauer von vier Jahren von seinem Vorgänger Univ.-Prof. Manfried Gantner übernehmen.

Gantner habe in seiner Amtszeit "Reformschritte gesetzt, die teilweise so kräftig waren, dass sie für Irritationen gesorgt" hätten, sagte Töchterle bei seiner Rede unmittelbar nach der Wahl. Er habe aber ein "wohlbestelltes Haus" hinterlassen. Er wolle auf dem von ihm eingeschlagenen Weg weiter gehen. Seine Hauptaufgabe als Rektor sehe er darin, für die Studierenden optimale Forschungs- und Lehrbedingungen zu schaffen und weniger im Führen der Forschenden.

Als Vizerektor für Forschung könnte ihm Univ.-Prof. Tilmann Märk zur Seite stehen. Weitere Wunschkandidaten für das Team des neuen Rektors seien die derzeitige Vizerektorin Univ.-Prof. Margret Friedrich und Univ.-Prof. Arnold Klotz. Univ.-Prof. Johannes Rainer, Vorsitzender des Universitätsrates, hatte sich überrascht darüber gezeigt, dass es Töchterle gemeinsam mit dem ehemaligen Rektor Univ.-Prof. Christian Smekal (70) und Univ.-Prof. Gustav Wachter, Juristendekan, in den Dreiervorschlag geschafft hatte.

Im Nachhinein sei man froh, dass man sich mit der Entscheidung Zeit gelassen habe, betonte Rainer. Dadurch habe man die Gelegenheit erhalten einen "weitgehend unbekannten" Kandidaten besser kennen zu lernen. Der Universitätsrat hatte als Unterstützung für die Wahl einen professionellen Berufsberater angeheuert. Mit dessen Einschätzung stimmte der Rat "völlig überein", sagte Rainer. Der Universitätsrat werde dem neuen Rektor in der Anfangsphase "verstärkt begleiten ohne ihn zu bevormunden", meinte er.

Töchterle, der am 13. Mai 1949 geboren wurde, studierte ab dem Wintersemester 1969/70 Klassische Philologie und Germanistik an der Universität Innsbruck. Er promovierte 1976 mit einer Dissertation in Klassischer Philologie und schloss zwei Jahre später die Lehramtsprüfung aus Deutsch und Latein ab. 1986 erfolgte die Habilitation für Klassische Philologie. Von 1976 bis 1997 war Töchterle Universitätsassistent am Institut für Klassische Philologie an der Landesuniversität. 1997 wurde er auf ein Ordinariat für Klassische Philologie Berufen. Vor seiner Wahl zum Rektor war er Leiter des Instituts für Sprachen und Literaturen, Leiter des Bereichs Latinistik und Studienleiter der philologisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät.

(apa/red)