Neuer ÖBB-Vorstand ist noch immer unklar:
Frage der Neubesetzung vorerst vertagt

Poschalko und Klugar als Vorstände "so gut wie" fix Völlig unklar: Fragen der neuen Geschäftverteilung

Neuer ÖBB-Vorstand ist noch immer unklar:
Frage der Neubesetzung vorerst vertagt

Bei den ÖBB hat der Aufsichtsrat die Personalbesetzung in der Holding vertagt. Neben den bisherigen Vorständen Martin Huber und Erich Söllinger sollten zwei zusätzliche Manager bestellt werden. Wegen noch laufender Gespräche über die Geschäftsverteilung im neuen erweiterten Vorstand und die künftige Vertragsgestaltung sei die Entscheidung jedoch vertagt worden, hieß es aus Aufsichtsratskreisen zur APA.

Als Fixstarter für die beiden Posten gelten nach wie vor der derzeitige Güterverkehrs-Vorstand Gustav Poschalko und Infrastruktur Betrieb AG-Vorstand Peter Klugar Poschalko soll sich künftig um den Absatz - also Personen- und Güterverkehr - kümmern, Klugar um "Produktion und Technik". Die Bestellung durch den Aufsichtsrat soll nun nach Klärung der offenen Fragen "so rasch wie möglich per Umlaufbeschluss" erfolgen, hieß es aus den Kreisen.

Zurück zu Altbewährtem?
Durch die Vorstandsaufstockung wird es in der Holding wieder für sämtliche ÖBB-Teilbereiche einen oberverantwortlichen Manager geben. In Bahn-Kreisen spricht man deshalb von einer faktischen Rückkehr zu früheren ÖBB-Strukturen, auch wenn die 2005 geschaffene Struktur aus Holding und vier operativen Aktiengesellschaften für Personenverkehr, Güterverkehr, Infrastruktur Betrieb und Infrastruktur Bau formal bestehen bleibt. Sowohl Verkehrsminister Werner Faymann als auch Aufsichtsratspräsident Horst Pöchhacker haben zuletzt mehrfach betont, dass die Holding damit als Leitgesellschaft des ÖBB-Konzerns wieder aufgewertet werden soll.

DLG-Auflösung?
In Folge der Vorstandsaufstockung wird die Holding laut Bahn-Kreisen künftig auch neue Abteilungen und damit mehr Personal bekommen. Unklar ist noch, welche Agenden die ÖBB-Holding von ihrer Verwaltungstochter, der ÖBB Dienstleistungs GmbH (DLG), übernehmen wird. Nach bisherigen Aussagen von Verkehrsminister Faymann soll die DLG aufgelöst und ihre knapp 1.400 Mitarbeiter auf die ÖBB-Holding und die operativen Tochtergesellschaften aufgeteilt werden. In der DLG sind derzeit die Personalverwaltung, der zentrale Einkauf und Dienstleistungen wie die interne IT, die ÖBB-eigenen Reisebüro-Betrieb, die Bistros und Ferienheime angesiedelt.

Offene Fragen
Offen sind auch noch eine Reihe von Personal-Entscheidungen in den ÖBB-Teilgesellschaften. Nachzubesetzen sind nicht nur die Posten Poschalkos und Klugars, sondern auch zwei Finanzvorstände in Personen- und Güterverkehr und das Amt des ÖBB-Nahverkehrschefs, nachdem die bisherige Vorstandschefin für den Bereich, Wilhelmine Goldmann, Ende Juni zurückgetreten war. Die Entscheidung in den Absatzgesellschaften soll dem Vernehmen nach im November fallen. Vakant sind auch noch zwei Vorstandsposten in der ÖBB Infrastruktur Bau AG. Dieser ist aber ebenso wie der Posten Klugars bis dato noch nicht ausgeschrieben worden.

(apa/red)