Neuer österreichischer Meister: Salzburg musste 30 Jahre auf ersten Titel warten

Red Bull machte Traum nach Übernahme wahr

Der neue österreichische Eishockeymeister heißt Red Bull Salzburg. In der Neuauflage des Vorjahresfinales war das Starensemble rund um Trainer Hardy Nilsson vom VSV diesmal nicht zu schlagen und holte nach einer überzeugenden Saison den ersten Titel in die Morzartstadt. Die teuerste Mannschaft der Liga war diesmal auch die beste und gewann 30 Jahre nach dem erstmaligen Antreten einer Salzburger Mannschaft in der obersten Spielklasse den Meisterpokal.

In der nun erfolgreich abgeschlossenen "Meister-Saison" waren die Salzburger vor allem in den Heimspielen eine Macht. In 28 Spielen im Grunddurchgang gingen die "Bullen" nur einmal als Verlierer vom Eis. Vizemeister VSV verlor sämtliche Auswärtsspiele (4) in der Volksgarten Eisarena und auch in drei Versuchen in der Finalserie war für die Villacher auswärts nichts zu holen.

Die Salzburger Fans mussten bis zum ersten Meistertitel lange warten. Vielversprechende "Versuche" Ende der 70er und dann Ende der 80er Jahre führten nicht zum Erfolg. Bereits beim ersten Antreten in der höchsten Spielklasse im Jahr 1977/1978 wurde der damalige HC Salzburg in der ersten Liga sensationell Dritter.

Zehn Jahre später begab sich der nunmehrige SEC erneut auf Titeljagd. Mit Legionären wie den Russen Viktor Schalimow und Sergej Kapustin, sowie dem jetzigen VSV-Coach Greg Holst reichte es nach einer starken Saison mit zwischenzeitlicher Führung im Grunddurchgang aber nicht zu Salzburgs erstem Meistertitel. Die schlechte wirtschaftliche Situation erzwang daraufhin aber sogar den Abstieg des SEC aus der ersten Liga.

Die jüngere Salzburger Eishockey-Erfolgsgeschichte begann 2000 mit dem Wiedereinstieg von Red Bull als Sponsor. Bereits 1988 war Firmenchef Dietrich Mateschitz als Gönner eingestiegen. Obwohl das Red-Bull-Marketingkonzept im Jahr 2000 nur Sponsoring von Extrem- und Funsportarten vorsah, engagierte sich Mateschitz im Salzburger Eishockey. Den Fußballklub SV Salzburg übernahm der Getränkekonzern erst fünf Jahre später (April 2005).

In der Saison 2000/01 holte man den Oberliga-Titel. Von 2001 bis 2004 standen die Salzburger dreimal in Folge im Nationalliga-Finale, wobei im Spieljahr 2003/04 der Titel an die Salzach geholt wurde. Der Einstieg in die oberste Spielklasse erfolgte in der folgenden Saison, die die Mozartstädter allerdings an siebenter und letzter Stelle beendeten.

Daraufhin wurde Startrainer Hardy Nilsson engagiert, der Schwede hatte zuvor das Dreikronen-Team zwischen 2001 und 2004 zu vier WM-Medaillen in Folge geführt. Außerdem verpflichtete man mit finanzkräftiger Unterstützung des Namenssponsors etliche österreichische Stars und Legionäre, insgesamt verzeichnete man 19 Neuverpflichtungen. Darunter Teamkapitän Dieter Kalt, die US-Heimkehrer Andre Lakos und Matthias Trattnig, sowie Rekord-Nationalspieler Martin Ulrich.

Der angestrebte und von vielen Experten vorausgesagte Meistertitel glückte 2005/06 aber noch nicht. Die Salzburger wurden "nur" Vizemeister. Die Salzburger gewannen den Grunddurchgang vor dem Villacher SV und besiegten im Halbfinale den damals regierenden Meister, die Vienna Capitals. Im Finale zogen die Red Bulls gegen den VSV mit 2:4 aber überraschend den Kürzeren.

Vor der nun zu Ende gegangenen Saison verstärkte sich Salzburg weiter und avancierte mit dem ehemaligen NHL-Torhüter Reinhard Divis und Österreichs bestem Center, Thomas Koch, zum absoluten Titel-Favoriten. Während der Saison kamen zudem noch der schwedische Verteidiger Daniel Casselstahl und vor dem Playoff der Schweizer Nationalspieler Goran Bezina dazu. Mit dieser "Starformation" glückte der Titelgewinn in beeindruckender Manier. Für Trainer Nilsson ist der Meistertitel mit den "Bullen" sein achter. Der 59-jährige Schwede brachte es schon in Deutschland (5) und Schweden (2) zu Meisterehren.

(apa/red)