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Neuer indischer
Präsident trat Amt an

Kovind erinnerte an Weg aus der Lehmhütte in den Präsidentenpalast

An der Spitze Indiens steht seit Dienstag ein Präsident aus der niedrigsten sozialen Kaste der Dalit. In der Hauptstadt Neu Delhi legte der 71-jährige Ram Nath Kovind seinen Eid für das Amt des Präsidenten ab, der in Indien weitgehend repräsentative Aufgaben erfüllt. Kovind ist erst der zweite indische Präsident aus der Gruppe der Dalit, deren Mitglieder zumeist in bitterer Armut leben.

"Ich bin in einer Lehmhütte in einem kleinen Dorf aufgewachsen", sagte Kovind nach seiner Vereidigung. "Mein Weg war lang, aber ich habe diese Reise nicht alleine angetreten - sie sagt uns viel über unsere Nation und unsere Gesellschaft." Als Präsident will sich Kovind besonders für die Rechte der 200 Millionen Dalit stark machen.

Gewählt wurde Kovind vergangene Woche von den etwa 4.900 Abgeordneten des Parlaments in Neu Delhi und der Regionalparlamente. Er erhielt mehr als 65 Prozent der Stimmen. Kovind war der Kandidat der hinduistischen Bharatiya Janata Partei (BJP, Indische Volkspartei) von Regierungschef Narendra Modi.

Die Mitglieder der Dalit-Kaste wurden früher als "Unberührbare" bezeichnet. Trotz eines inzwischen geltenden Diskriminierungsverbots werden sie auch heute noch ausgegrenzt und gehören zu den ärmsten Bevölkerungsschichten in Indien.

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