Neuer Hilfseinsatz für Griechenland?
"Umprofilierung" der Schulden steht bevor

Juncker: "Situation in Griechenland ist schwierig" Regierung will Verkauf von Staatsbesitz vorantreiben

Neuer Hilfseinsatz für Griechenland?
"Umprofilierung" der Schulden steht bevor © Bild: Reuters

Die EU setzt den Pleitekandidaten Griechenland offen unter Druck. Um zugesagte Sparziele zu erreichen, muss Athen im laufenden Jahr mehr sparen und den Verkauf von Staatseigentum ankurbeln. Das beschlossen die Euro-Finanzminister in Brüssel. "Die Privatisierung in Griechenland ist in Verzug, das muss sich ändern", sagte die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde.

Ein neuer Hilfseinsatz für das hoch verschuldete Griechenland steht offenbar bevor. Eine "sanfte" Umschuldung des Landes werde nicht mehr ausgeschlossen, sagte der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, Luxemburgs Jean-Claude Juncker. "Eine umfassende Umschuldung ist keine Option, sie steht nicht zur Debatte", sagte Juncker nach Beratungen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Möglich sei aber "eine Umprofilierung". Dies könne keine isolierte Reaktion sein. Zunächst müsse weitere Griechenland zur Budgetkonsolidierung setzen, sagte Juncker. Die Privatisierung müsse ein umfassendes Volumen erreichen. Juncker appellierte an die griechischen politischen Parteien, sich wie in Portugal auf gemeinsame Maßnahme zu einigen.

Neues Hilfspaket "nicht ausgeschlossen"
"Die Situation ist schwierig in Griechenland", sagte Juncker nach einem Treffen der Euro-Finanzminister. Ein neues Hilfspaket sei "nicht ausgeschlossen, aber wir haben noch nichts entschieden". Griechenland hatte im vergangenen Jahr internationale Notkredite über insgesamt 110 Milliarden Euro zugesprochen bekommen, kann seinen Schuldenberg aber nicht abtragen.

Zunächst will die Regierung in Athen Juncker zufolge den Verkauf von Staatsbesitz vorantreiben. Griechenland hat bereits angekündigt, Staatsbesitz im Wert von 50 Milliarden Euro zu versilbern. Juncker und EU-Währungskommissar Olli Rehn riefen die politischen Parteien des Landes auf, das Privatisierungsprogramm zu unterstützen.

Eine umfassende Umschuldung, bei der Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten müssen, schloss Juncker zwar aus, ließ jedoch die Bereitschaft erkennen, die Fristen für die Rückzahlung der Notkredite erneut zu verlängern. Im März hatte Athen neben einer Zinserleichterung um einen Prozentpunkt bereits eine Verdopplung der Rückzahlungsfrist auf siebeneinhalb Jahre erhalten. Grundlage für weitere Entscheidungen sei die Bewertung einer internationalen Expertenmission, deren Bericht bald vorliege, sagte Juncker.

(apa/red)

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EU Finanzminister Diese sogenannten Finanzminister sind genau das was Treichl dei Politiker genannt hat. Denn anstatt die Ursache zu bekämpfen (und das sind die Spekulanten und Banken die die Zinsen für diese Pleiteländer in die Höhe treiben) wird unser Steuergeld den Geldhaien nachgeworfen. Wenn man sich dieses Zusammenspiel ansieht entsteht der Verdacht einer mafiosen Vereinigung. Hat die EU Betrugsbehörde jemals in diese Richtung untersucht ?

mfp7764 melden

Re: EU Finanzminister Das sind doch alle betrüger bitte,keiner ist besser.

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