Neuer Anlauf im Kampf gegen die Ölpest:
BP will Einsatz am Leck wieder fortsetzen

Sturm "Bonnie" nur noch eine Tropische Depression Neue schwere Vorwürfe gegen Plattform-Betreiber

Neuer Anlauf im Kampf gegen die Ölpest:
BP will Einsatz am Leck wieder fortsetzen © Bild: Reuters/Celano

Nach der Abschwächung eines Tropensturms kann BP den Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko früher als erhofft wieder aufnehmen. Die Vorbereitungen zur Rückkehr einer Plattform, von der aus eine Entlastungsbohrung das Leck in 1.600 Meter Tiefe versiegeln soll, hätten begonnen, so der britische Konzern. Auf anderen Schiffen würden ähnliche Vorkehrungen ergriffen.

BP musste die Arbeiten wegen der herannahenden "Bonnie" unterbrechen und Schiffe sowie Anlagen aus der Region abziehen. Der Sturm verlor allerdings an Kraft. Meteorologen stuften ihn auf das Niveau einer Tropischen Depression zurück. Die Schlechtwetter-Front werde sich wohl nicht erneut zu einem Tropensturm auswachsen, sagte Lixion Avila vom Nationalen Hurrikan-Zentrum.

Techniker erhebt schwere Vorwürfe
Ein Techniker der gesunkenen "Deepwater Horizon" erhob unterdessen schwere Vorwürfe. Auf der Ölplattform soll ein Alarm absichtlich abgestellt worden sein. "Die Manager der Ölplattform wollten nicht, dass die Mannschaft nachts um drei Uhr durch falsche Alarme geweckt wird", sagte Plattform-Cheftechniker Mike Williams vor US-Ermittlern. Der Alarm hätte die aufsteigende Wolke entflammbaren Methangases melden können, sagte Williams. Im Gegensatz zu dem Techniker haben jedoch mehrere Mitarbeiter des Bohrturms gegenüber Ermittlern angegeben, Alarmsignale gehört zu haben. Transocean, das die "Deepwater Horizon" für BP betrieb, teilte mit, der Alarm sei nach üblicher Praxis eingestellt gewesen.

Angesichts der verheerenden Katastrophe forderte die Internationale Energieagentur (IEA) eine stärkere Überwachung der Multis. "Wir brauchen neue Regeln und am dringlichsten eine bessere Überwachung der Ölkonzerne durch staatliche Aufsicht", sagte IEA-Chefvolkswirt Fatih Birol der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe). Birol sprach sich für neue Tiefseebohrungen aus.

(apa/red)

Kommentare

Warum möchte Fatih Birol Tiefseebohrungen? Bestehende Ölfelder verlieren 6.7% Förderleistung pro Jahr. Neue Ölfelder können dies nicht ausgleichen, die nächste Ölkrise kann nur verzögert werden mit den Tiefseebohrungen. Siehe Fatih Birol Interview vom 3. August 2009

http://politik.pege.org/2009-d/liste.htm

Nur ein Land bereitet sich ernsthaft auf die nächste Ölkrise vor: China

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