Fakten von

Neuentdeckung: Kanalisation zur Maya-Zeit

"Zeigt eine komplexe Wassertechnik" - Neun unterirdische Kanäle von 17 Metern Länge

Archäologen in Mexiko haben ein antikes Kanalsystem aus der Maya-Zeit unter dem Tempel der Inschriften in der Ruinenstadt Palenque entdeckt. "Diese Entdeckung zeigt eine komplexe Wassertechnik", sagte Projektleiter Arnaldo Gonzalez Cruz bei einer Pressekonferenz am Montag (Ortszeit). Es handle sich um neun unterirdische Kanäle von 17 Metern Länge, durch die Wasser fließt.

Laut Gonzalez werde der Hauptkanal von einer Quelle gespeist und sei älter als der Tempel, der 675 als Grabmal für den König K'inich Janaahb' Pakal errichtet wurde. Das Kanalsystem setzt den Herrscher in Beziehung zu dem Regengott Chaac.

"Wir haben die Hieroglyphen des Tempels der Inschriften analysiert und glauben, dass sie sich auf die Quelle beziehen und auf den symbolischen Weg, auf dem Pakal die Gewässer der Unterwelt erreicht hat, die durch die Kanäle repräsentiert werden", fügte Gonzalez hinzu. Die Entdeckung des Kanalsystems könne die gängige Hypothese widerlegen, wonach das Herrschergrab die Grundlage für die Tempelpyramide bilde. "Die Indizien weisen darauf hin, dass sein Zentrum durch die Existenz einer Quelle festgelegt wurde", sagt er.

Der Tempel der Inschriften erzählt die Herrschaftsgeschichte der Stadt Palenque im südöstlichen Staat Chiapas. Nach der Entdeckung des Grabes von Pakal 1952 sind die Inschriften noch immer nicht vollständig entziffert. Das Kanalsystem wurde mit Hilfe verschiedener Georadar-Studien entdeckt.

Kommentare