Neue Weltordnung durch Rekord-Ölpreis?
Die Mehreinnahmen gehen an USA-Rivalen

Putin, Ahmadinejad und Chávez größte Profiteure NEWS: Tägliche Ausgaben für Öl weltweit 4 Mrd. $

Neue Weltordnung durch Rekord-Ölpreis?
Die Mehreinnahmen gehen an USA-Rivalen

Vier Milliarden Dollar geben die Konsumenten derzeit täglich weltweit für Öl aus. Ein Betrag, der mehr kosten könnte als bloß Wirtschaftswachstum. "Unsere nationale Sicherheit gerät in Gefahr", warnte das renommierte US-Blatt "Washington Post" und verwies darauf, dass der Löwenteil der Mehreinnahmen just jenen Ländern zugute kommt, die keineswegs zu engen Verbündeten der USA zählen.

Denn Wladimir Putin, der soeben den Bau einer neuen Atombomben-Generation ankündigte, Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad, der sich den mutmaßlichen Bau eigener Atombomben einiges - auch an politischem Kapital - kosten lässt, und Venezuelas streitbarer Öl-Präsident Chávez profitieren am meisten vom derzeitigen Trend. Fazit: Der Supermacht USA werden an den Rohstoffbörsen die Zähne gezogen.

Russland: Putin mit forschem Auftreten
Zirka zehn Millionen Barrel pro Tag werden derzeit täglich von Russland exportiert. Hinter Saudi-Arabien ist Russland der zweitgrößte Ölexporteur. Momentan fließen täglich 550 Millionen Dollar aus Ölexporten gen Russland; zirka 60 Prozent davon gehen in Form von Steuern und Beteiligungen an den Unternehmen direkt Richtung Staatskassen. Seit zwei Jahren wird ein Teil der Summe zur Bedienung eines Staatsfonds verwendet.

Freilich müssen besondere Lieferverträge und dazu das hohe Maß an Korruption bei der exakten Preisgestaltung berücksichtigt werden. Doch Experten sind sich einig: Diese Neuordnung der Welt bedingt ein strategisches Umdenken bis hin zum Pentagon. So ist ein möglicher Krieg gegen den Iran derzeit kaum wahrscheinlich. Auch Wladimir Putin, dessen Amtszeit im März 2008 ausläuft, kann bei seinen immer forscheren Auftritten dem Ausland gegenüber auf seine satte Öl-Macht zählen.

Venezuela: Gewinn in Soziales und Waffen
35 Milliarden Dollar pro Jahr fließen in Venezuela von den Ölexporten direkt Richtung Staatskasse. Die Einnahmen aus den Ölverkäufen, fürs gesamte Land gerechnet, stiegen von 2003 bis zum Vorjahr von zehn auf fünfzig Milliarden Dollar, um fast 400 Prozent. Präsident Hugo Chávez' "Petrokratie" ist in vollem Schwung: Zirka 14 Milliarden Dollar kann er quasi eigenständig vergeben. Das Geld wird zum Großteil in soziale Programme, aber auch Waffenkäufe (zuletzt von Kampfhubschraubern und U-Booten) gepumpt.

So ist der Präsident der staatlichen Ölgesellschaft "Petróleos de Venezuela", Rafael Ramírez, in Personalunion auch Ölminister. Dies garantierte, dass Öl in Venezuela zur politischen "Waffe" wurde: Die Einnahmen sollen der Bevölkerung gleichermaßen zugutekommen.

Iran: Immun gegen Wirtschaftssanktionen
Im Iran rechnete man mit Einnahmen von 52 Milliarden Dollar für das Jahr 2007 - allerdings bezieht sich die Prognose noch auf den erwarteten Ölpreis von zirka 61 Dollar. Wieder zum Vergleich: Vor nur drei Jahren lagen die Einnahmen bei "nur" 32 Milliarden Dollar. Derzeit dürfte das Mullah-Regime so täglich 180 Millionen Dollar an Öleinnahmen verzeichnen.

Dadurch erwirbt sich das Regime eine Immunität gegen mögliche Wirtschaftssanktionen. Polit-Beobachter gehen davon aus, dass seit einem Ölpreis von über 60 Dollar pro Barrel jegliche wirtschaftliche Strafaktion de facto sinnlos wäre. Dazu kommt, dass Experten davon ausgehen, dass ein möglicher Kriegsakt gegen den Iran den Preis auf 150 Dollar pro Barrel ansteigen lassen würde.

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS Nr. 46/07!