Neue Vorwürfe gegen Hahns Dissertation: Jetzt überprüft Uni seine Doktorarbeit

Ergebnis der Plagiats-Prüfung in 4 bis 6 Wochen Keine Aussagen zum Stand der Ermittlungen

Neue Vorwürfe gegen Hahns Dissertation: Jetzt überprüft Uni seine Doktorarbeit © Bild: APA/EPA

Ausgelöst durch die Debatten in Deutschland sind vor wenigen Wochen auch im Zusammenhang mit der Dissertation von Ex-Wissenschaftsminister und EU-Kommissar Johannes Hahn (V) neue Vorwürfe laut geworden. Die Universität Wien wird daher die Dissertation von Hahn prüfen. Ein Ergebnis sei in vier bis sechs Wochen zu erwarten, teilte die Uni in einer Aussendung mit.

Der Standpunkt der Universität Wien habe immer gelautet: Falls der Universität neue Tatsachen bekannt werden, werde - wie in jedem anderen Fall auch - geprüft. Am 18. April wandte sich Brigitte Kopp, Studienpräses der Universität Wien, an die Agentur für wissenschaftliche Integrität und bat um gutachterliche Unterstützung. "Wenn Tatsachen bekannt werden, die möglich erscheinen lassen, dass die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis nicht eingehalten werden, wird eine Prüfung eingeleitet. Dies gilt für jede wissenschaftliche Arbeit, egal wer sie geschrieben hat", so Studienpräses Brigitte Kopp. Die Universität Wien nutze die neuen technischen Möglichkeiten und zieht Experten bei.

Ergebnis in vier bis sechs Wochen
Der Sachverhalt stelle sich so dar, dass die Universität Wien sich nun entschieden hat, die Arbeit insgesamt überprüfen zu lassen. Ein Ergebnis ist in vier bis sechs Wochen zu erwarten. "Bis zum endgültigen Ergebnis, dem Vorliegen der Gutachten, bitten wir um Verständnis, dass aus rechtlichen Gründen keine Aussagen zum Stand und dem möglichen Ergebnis getroffen werden", so Brigitte Kopp.

Ein bis zwei Anzeigen pro Jahr
Die Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis ist für die Universität Wien ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit und in allen Phasen des wissenschaftlichen Arbeitens. Jährlich werden über 5.000 wissenschaftliche Abschlussarbeiten geprüft. In Zusammenhang mit bereits abgeschlossenen Arbeiten kam es in den vergangenen Jahren durchschnittlich ein bis zwei Mal pro Jahr zu Anzeigen. Seit 2004 gab es zehn Anzeigen und sieben Aberkennungen von akademischen Graden.

(apa/red)

Kommentare

Dr Hahn Dies schein wohl die neue Methode zu sein um Poltiker die irgenwen im Weg sind mit Pauken und Granaten abzumontieren. Bei Guttenberg hat es wirklich super geklappt. Jetzt ist ein EU Kommisar an der Reihe. Ich bin mir ganz sicher die finden was und dann gehts wie bei Guttenberg , Anzeigen, Anzeigen, Anzeigen. Ich möchte schon mal die Qualität und die Qualifikation dieser Doktorväter die die Arbeiten lesen und abnehmen ganz provokatik in Frage stellen.

Der Nächste bitte? Mehr als bloßer Verdacht?? Wenn also bei Herrn Hahn auch was nicht OK läuft, dann ÖVP "Ade". Dann sind in der Vegangenheit mehrere Prozesse völlig schiefgelaufen! Die ÖVP wäre gut beraten, jetzt den "Frühjahrsputz total" anzusagen. Offensichtlich haben da mehrere Herrschaften Leute "durchgedrückt" (Strasser, Ranner, Pirker??, Hahn??) , die in einem Unternehmens-Hearing keine Chancen hätten. Wollte man dem ÖVP Chef ein "Ei" legen oder war das bisher System?!

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