Neue Vorwürfe gegen Berlusconi erhoben:
Sein Konzern soll Bilanzen gefälscht haben

Derzeit läuft gegen ihn ein Prozess wegen Korruption Wurde schon viermal wegen Bestechung verurteilt

Die Mailänder Staatsanwaltschaft erhebt neue Vorwürfe gegen den italienischen Medienunternehmer und ehemaligen Regierungschef Silvio Berlusconi im Rahmen des Prozesses in Bezug auf Kauf von Filmübertragungsrechten durch seine Mediengesellschaft Mediaset. Staatsanwalt Fabio De Pasquale ist der Ansicht, dass die Vorwürfe der Bilanzfälschung gegen Berlusconi und den ehemaligen Präsidenten seiner TV-Holding Fininvest bis in das Jahr 2000 ausgedehnt werden können. Die Vorwürfe gegen Berlusconi wären im kommenden Jahr verjährt. Mit dem neuen Vorwurf des Staatsanwaltes könnte der Prozess aber weitergeführt werden.

Wegen des Verdachts der Korruption müssen sich Berlusconi, sein britischer Rechtsanwalt David Mills, sowie andere Fininvest-Manager verantworten. Zu der Holding gehört u.a. der private TV-Betreiber Mediaset mit den Sendern Retequattro, Canale Cinque und Italia Uno.

Berlusconi wurde bisher wegen Bestechung siebenmal vor Gericht gestellt und viermal schuldig gesprochen. Die Taten waren allerdings schon verjährt oder die Urteile wurden in der Berufung aufgehoben. Berlusconi hat im Zusammenhang mit den Verfahren immer wieder von einer politisch motivierten Hexenjagd gegen ihn gesprochen.

(apa/red)