Neue Sammelband: "Die Freimaurer"
gibt Einblick in Österreichs Logen

Großmeister Kraus will negatives Image bekämpfen Kein kritischer Blick, sondern "Inneneinsicht"

Neue Sammelband: "Die Freimaurer"
gibt Einblick in Österreichs Logen

Mystisch und symbolhaft kommt sie daher, die Freimaurerei. Trotz großer Bekanntheit und prominenter Mitglieder wie etwa Wolfgang Amadeus Mozart oder auch Politiker wie Helmut Zilk haftet der Vereinigung etwas Geheimbündlerisches an - oft mit einem negativen Beigeschmack. Neue Erkenntnisse quasi "von innen" bringt nun ein Buch, das vom Großmeister der österreichischen Großloge höchstpersönlich herausgegeben wird. Michael Kraus will mit seinem Buch "Die Freimaurer" Interessierten einen Einblick bieten, denn der freimaurerische Gedanke habe "höchste Aktualität".

In dem Sammelband finden sich Beiträge verschiedener Autoren, die allerdings im Sinne der freimaurerischen Geheimhaltungs-Tradition nicht genannt werden. Dabei geben sich die Autoren überraschend offen, so erfährt man sowohl etwas über die Organisationsstrukturen der heimischen Freimaurerei wie auch detaillierte Angaben darüber, wie groß die Zahl der Freimaurer hier zu Lande ist. Für Aufnahme-Willige werden auch Kontaktstellen genannt, wo man sich informieren kann. Als Werbung will Kraus das Buch aber nicht verstanden wissen.

Das Buch gibt Auskunft über freimaurerische Ethik, sowie die Positionierung der Freimaurer gegenüber Politik und Religion. Auch zu aktuellen Themen wie Neoliberalismus oder Globalisierung nehmen die Autoren Stellung. Und sogar das Geheimnis der freimaurerischen Rituale wird sanft gelüftet, freilich ohne allzu große Einblicke zu gewähren. Der Schritt zum Buch sei bewusst erfolgt, sagte Kraus gegenüber der APA. Denn das Medium sei "Teil der Botschaft": Die österreichische Großloge habe - im Gegensatz zu Logen anderer Länder - bewusst auf eine große Internet-Präsenz verzichtet. Damit wolle man Oberflächlichkeit vermeiden.

Einen allzu kritischen Blick auf die Freimaurerei darf man sich in Kraus' Buch naturgemäß nicht erwarten. Wer einen kurzen, lexikalen Abriss über die Geschichte der Freimaurerei sucht, der wird mit dem Buch keine Freude haben - diesen Anspruch will Kraus jedoch auch gar nicht erfüllen. Wer aber Interesse hat, eine "Inneneinsicht" eines der Proponenten der Vereinigung kennen zu lernen, für den ist das Buch sicherlich empfehlenswert. Erklärtes Zielpublikum dürften aber wohl auch die Freimaurer selbst sein. (apa/red)

Michael Kraus (Hg.), Die Freimaurer. 256 Seiten, Ecowin Verlag. ISBN 978-3-902404-40-4)