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Neue Lauda-Dokumentation
feiert Premiere

"Lauda - The Untold Story" beleuchtet Zeit zwischen Monza-Unfall und Comeback

Niki Lauda in Spielberg © Bild: GEPA pictures/ Harald Steiner

Der Film "Lauda - The Untold Story" feiert Donnerstag Abend im Vorfeld des Formel-1-Grand-Prix von Silverstone Weltpremiere. Die Doku des gebürtigen Kärntners Hannes M. Schalle beleuchtet die Zeit zwischen Niki Laudas verheerendem Unfall am Nürburgring und seinem Comeback 33 Tage später. Rechtzeitig zum Filmstart wurde ein Rechtsstreit zwischen der Produktionsfirma und Lauda beendet.

Neben der offiziellen Filmpremiere im englischen Milton Keynes wird die Dokumentation live in 250 britischen Kinos übertragen, sagte Schalle im Gespräch mit der APA: "Die Rückmeldungen, die ich im Vorfeld erhalten habe, sind sensationell. Am Montag kommt der Film auf DVD heraus und auf Amazon gibt es bereits 40.000 Vorbestellungen." Das große Interesse führte er darauf zurück, dass die Formel 1 vor 40 Jahren wesentlich spannender gewesen sei, als sie es heute ist: "Es war alles aufregender, gefährlicher, tödlicher."

Genau das wäre Niki Lauda im Jahr 1976 fast zum Verhängnis geworden. "Ich war damals 13 Jahre alt und hab es nicht fassen können, dass jemand so kurz nach einem so schweren Unfall wieder im Rennauto sitzt", sagte Schalle. "Dass ich diese Heldengeschichte jetzt verfilmen konnte, ist ein Lebenstraum, der für mich in Erfüllung gegangen ist." Auch wenn der Weg dorthin über das Gericht führte: Eine Sache, die mittlerweile nicht nur für den Regisseur abgeschlossen ist - der Rechtsstreit wurde kürzlich mit einem Kostenentscheid beendet.

Langwieriger Rechtsstreit

Der Regisseur hatte Lauda schon 2010 interviewt und ihm von der Idee, eine Doku über sein Comeback zu drehen, berichtet. "Und dann hat das Drehbuch plötzlich Beine bekommen", mutmaßte Schalle, als plötzlich die Pläne zum von Peter Morgan geschriebenen und von Ron Howard inszenierten Hollywood-Streifen "Rush" präsentiert wurden, der vom Schlagabtausch zwischen Lauda und seinem Konkurrenten James Hunt handelt. Ein zäher Prozess folgte - Lauda wurde gerichtlich untersagt, zu behaupten, dass er eine Zusammenarbeit für den von Schalle geplanten Film abgelehnt und dem Projekt nicht zugestimmt habe. "Lauda hat sich halt für Hollywood und gegen das viel kleinere, österreichische Projekt entschieden", sagte Schalle.

Ist nun der Titel "The Untold Story" ein Seitenhieb "Rush"? "Wir zeigen auf jeden Fall sehr viel, was in 'Rush' nicht gezeigt wurde", formulierte es Schalle vorsichtig. In der Dokumentation kommen unter anderem Laudas Nachbarn in Fuschl zu Wort, wo sich der Rennfahrer von seinen Verletzungen erholt hat. Ein detaillierter Einblick in die Genesungsphase sei von einer Tochter von Willi Dungl zu erwarten - Dungl hatte Lauda intensiv betreut. Weiters zu Wort kommen aktuelle und ehemalige Formel 1-Piloten wie Jackie Stewart, David Coulthard, Mark Webber, Lewis Hamilton, Nico Rosberg oder Hans-Joachim Stuck.

Feedback von Lauda selbst hat Schalle noch keines bekommen. "Aber ich denke mir, er wird nicht darum herumkommen, sich den Film anzusehen", meinte Schalle. Im deutschsprachigen Raum wird "Lauda - The Untold Story" übrigens unter dem Namen "33 Days - Born to be Wild" ins Fernsehen kommen. Eine Ausstrahlung ist für Herbst geplant.

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