Neue, noch etwas fade Hotelküche: Herbert Hacker über den "Herrenhof" in Wien

Wie's ausschaut, schmeckt es auch: zu wenig originell Verbesserungen auf allen Ebenen denkbar. Und nötig.

Neue, noch etwas fade Hotelküche: Herbert Hacker über den "Herrenhof" in Wien © Bild: Steigenberger Hotel

Die Zeit, in der man in Wien in gar nicht so wenigen Hotels außergewöhnlich gut essen konnte, ist lange vorbei. Viele große Köche wie Werner Matt, Reinhard Gerer, Manfred Puchinger oder Christian Petz prägten diese kulinarisch interessante Epoche. Davon ist erschreckend wenig übergeblieben.

In den meisten Hotels wird nur noch ein austauschbarer Einheitsbrei fabriziert – egal ob sie alt oder neu sind.

So wurde erst kürzlich das Restaurant „Herrenhof“ im neuen Steigenberger-Hotel in der Herrengasse feierlich eröffnet. In Betrieb ist das Hotel aber bereits seit Ende des Vorjahres. Schon die Einrichtung zeugt von einer gewissen Beliebigkeit, für die moderne Hotels bekannt geworden sind.

Essenstechnisch wird zumindest der Versuch unternommen, Individualität aufblitzen zu lassen. Neben zahlreichen Allerweltsgerichten bietet der Herrenhof immerhin ein halbes Dutzend verschiedener Rostbraten – von Zwiebelrostbraten über Znaimer Rostbraten bis zur Variante mit Burgundersauce. Gemeinsam haben sie alle die gleichen Gemüsebeilagen und ein passables Stück Fleisch. Unterschiedlich sind hingegen die Saucen, wobei keine wirklich die Bezeichnung „ganz gelungen“ verdient. Sie lassen einen eher an die zweifelhaften Segnungen der Convenience-Küche denken. Eher beliebig auch die Weinauswahl, doch das fällt nicht entscheidend ins kulinarische Gewicht. Verbesserungen sind eben auf allen Ebenen denkbar. Und nötig.

Name: Herrenhof
Adresse: 1010 Wien, Herrengasse 10, Tel.: 01/53 40 49 20
Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 10–24 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 14, Hauptspeisen bis 21 Euro