Neue Hoffnung für leidgeprüfte Glatzen- Opfer: Bald Behandlung von Haarausfall?

Follikel von Mäusen in Experimenten regeneriert Anwendbarkeit auf Menschen ist noch nicht erforscht

Der leidige Haarausfall ist möglicherweise nicht - wie bisher angenommen - unheilbar. Diese Hoffnung macht eine Studie an Mäusen, die US-Forscher im britischen Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichten. Den Wissenschaftern von der Universität von Pennsylvania gelang es nach eigenen Angaben, bei erwachsenen Tieren die Follikel, die für das Wachstum von Kopf- und Körperhaaren zuständig sind, von Grund auf neu zu entwickeln.

Diese Follikel produzierten den Angaben zufolge Haare und Talgdrüsen. Auch wenn die Ergebnisse nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragbar sind, so wecken sie doch Hoffnungen auf neue Therapien gegen eine drohende Glatze.

In der Studie wiesen die US-Wissenschafter nach eigenen Angaben nach, dass sich bei Mäusen funktionsfähige Follikel in der Haut von Grund auf neu entwickeln können, und zwar im Zuge einer Vernarbung von Hautstücken, die aus dem Rücken erwachsener Tiere herausgeschnitten wurden. Das Follikel ist ein komplexes Mini-Organ, das in der Wachstumsphase entsteht. Bisher war angenommen worden, dass es sich nicht mehr regeneriert, wenn es im Erwachsenenalter ausfällt. Bereits vor 50 Jahren hatten Forscher auf Grund von Tests an Hasen, Mäusen und Menschen vermutet, dass eine Regeneration von Follikeln möglich sein müsse. Bis dato konnte der Beweis dafür aber nicht erbracht werden.

Die in den Experimenten durch Vernarbung ausgelöste Haarfollikel-Produktion bei erwachsenen Mäusen ähnelt dem Bericht zufolge dem Prozess bei Embryos. Die Entwicklung von Behandlungsmöglichkeiten von Haarausfall könnte laut den Wissenschaftlern bei den Proteinen ansetzen, die in dem Zellprozess eine Rolle spielen. In ihrer Studie weisen die US-Wissenschafter allerdings ausdrücklich auf die Unterschiede der Haut von Mäusen und Menschen hin. Besonders der Verlauf der Vernarbung sei sehr verschieden. Ob die Erkenntnisse der Studie auf den Menschen übertragbar seien, müsse daher erst noch überprüft werden.

(apa/red)