Neue Hinweise auf Tod von Madeleine: Polizei sucht angeblich bereits nach Leiche

Leichenspürunde schlugen an diversen Stellen an Eltern erneut von der Polizei in Südportugal befragt

Im Fall der vermissten Madeleine gibt es nach portugiesischen Presseberichten neue Hinweise auf den Tod des britischen Mädchens. Die Blutspuren, die Leichenspürhunde in einer Ferienwohnung von Madeleines Eltern in Südportugal entdeckten, seien nicht das einzige Indiz dafür, dass die Vierjährige nicht mehr am Leben sei, sagte ein namentlich nicht genannter Ermittler der Zeitung "Publico".

Die Annahme, dass die Kleine tot sei, stütze sich auf eine "Reihe von Ermittlungsergebnissen und nicht allein auf den Geruchssinn der Spürhunde". Nähere Einzelheiten nannte der Beamte nicht. Nach einem Bericht der Zeitung "Jornal de Noticias" schlugen die Spürhunde nicht nur in der Ferienwohnung im Algarve-Badeort Praia da Luz an, sondern auch an anderen Stellen.

Die Polizei hatte in den vergangenen Tagen mehrfach Küstenabschnitte in der Umgebung abgesucht. Sie hatte auch einen Meereskundler befragt, welche Strömungen in diesem Seegebiet zur Zeit des Verschwindens von Madeleine geherrscht hatten. Der Wissenschafter bestätigte, dass die Befragung vor mehreren Wochen stattgefunden habe. Dies deutet nach Medienberichten darauf hin, dass die Polizei annimmt, dass das Mädchen möglicherweise nach seinem Tod ins Meer geworfen wurde.

Ein Ermittler sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Lusa: "Die Fahndungsschritte der vergangenen Tage deuten darauf hin, dass die Polizei nach einer Leiche sucht." Die Hypothese einer Entführung sei allerdings nicht völlig ausgeschlossen.

Der Beamte wies die Kritik zurück, die in britischen Medien an der portugiesischen Kriminalpolizei laut geworden war: "Von Anfang an waren britische Beamte in die Ermittlungen einbezogen. Über alle Fahndungsschritte wird von portugiesischen und britischen Polizisten gemeinsam entschieden."

Der Ermittler betonte, dass gegen die Eltern des Mädchens kein konkreter Verdacht erhoben werde. "In einem Fall wie diesem sind jedoch alle Beteiligten verdächtig, bis wir Gewissheit haben." Das Ehepaar McCann war zuvor erneut von der Polizei in Portimao in Südportugal befragt worden. Ein Sprecher der Familie betonte, dass Madeleines Eltern dabei nicht verhört worden seien. Es habe sich vielmehr um eines der üblichen Routine-Treffen gehandelt, bei denen die Eltern sich über den Fortgang der Ermittlungen erkundigten.

Mehrere portugiesische Zeitungen berichteten, das Ehepaar sei von den Beamten über angebliche Widersprüche in früheren Aussagen befragt worden. Die damals knapp vierjährige Madeleine war am 3. Mai in  Südportugal unter ungeklärten Umständen aus der Ferienwohnung ihrer Eltern verschwunden. Seither fehlt jede Spur von dem Mädchen.

(apa/red)