Neue Herausforderung für Hiddink: Erfolgs- Coach wird russischer Nationaltrainer!

Niederländer soll Russen auf Vordermann bringen 59-Jähriger unterschreibt Zwei-Jahres-Vertrag

Erfolgstrainer Guus Hiddink vom niederländischen Fußball-Meister PSV Eindhoven soll die russische Nationalmannschaft wieder auf Weltniveau bringen. Nach langer Geheimniskrämerei erklärte Hiddink gegenüber der niederländischen Nachrichtenagentur ANP: "Alles ist geregelt. Ich werde am Freitag in Moskau offiziell präsentiert und werde einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschreiben." Es ist das erste Mal, dass ein Ausländer russischer Teamchef wird.

Hiddinks Manager Cees van Nieuwenhuizen ergänzte: "Es geht um einen Zweijahresvertrag mit Option auf Verlängerung um weitere zwei Jahre. Er wird nicht nur Nationaltrainer, sondern auch Technischer Direktor." Laut van Nieuwenhuizen hatte Hiddink Angebote aus vier Nationen vorliegen, wobei neben Russland auch England in der engeren Wahl stand. An der Entscheidung für Russland habe auch der russische Besitzer von Chelsea London, der Milliardär Roman Abramowitsch, mitgewirkt. Russische Medien berichteten, Hiddink werde weiter in den Niederlanden wohnen und regelmäßig nach Russland reisen.

Derzeit trainiert der 59-jährige Hiddink außer dem Klub aus Eindhoven auch die australische Nationalmannschaft, die sich unter seiner Leitung für die Weltmeisterschaft qualifiziert hat. Bei der WM vor vier Jahren brachte er das Außenseiter-Team Südkoreas auf Platz vier der Endrunde - so wie 1998 die Nationalelf seiner Heimat Niederlande. Internationales Profil bewies Hiddink auch als Trainer von Fenerbahce Istanbul, Real Madrid und anderen spanischen Vereinen.

In Eindhoven gilt Hiddink als bester Trainer, den der Klub jemals hatte. Als Meister steht der Verein bereits fest und mit einem Sieg im Pokalfinale am 7. Mai gegen Ajax Amsterdam kann sogar das Double vom vergangenen Jahr wiederholt werden. Allerdings sind die Kassen des Vereins völlig leer und womöglich wollte Hiddink nicht erneut zusehen müssen, wie die besten Spieler verkauft werden. Dass er den Club zum Saisonende verlässt, gab er vor zwei Wochen bekannt.

Die russische Nationalmannschaft kann seit Jahren keine nennenswerten Erfolge mehr vorweisen. Für die WM in Deutschland konnte sie sich nicht qualifizieren. Bei den Welt- und Europameisterschaften der vergangenen Jahre schied sie bereits in der Gruppenphase aus oder war gar nicht dabei. Der vorherige Teamchef Juri Sjomin trat im Oktober nach dem Scheitern in der WM-Qualifikation zurück, Alexander Borodjuk übernahm als Interimscoach.

(apa/red)