Neue Flüchtlingswelle auf Lampedusa: Rund
350 Menschen stürmen Insel vor Italien

Wieder Notstandslage auf der Mittelmeerinsel Auch Teneriffa kämpft mit weiterem Ansturm

Sizilien muss sich mit einer neuen Flüchtlingswelle auseinander setzen. Rund 350 Flüchtlinge sind am Montag in der Nähe der kleinen Mittelmeerinsel Lampedusa und im südlichen Teil Siziliens gelandet, berichteten die italienischen Behörden.

Auf Lampedusa wurden zwei Boote mit jeweils zirka 30 Personen an Bord aufgegriffen, teilte die Küstenwache mit. Sie wurden in ein Auffanglager auf Lampedusa gebracht. Die Nationalitäten der Flüchtlinge waren zunächst nicht bekannt, auch nicht, wo sie ihre Überfahrt nach Italien begonnen hatten.

Die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete, dass die Küstenwache das Boot mit 219 Immigranten unweit von Lampedusa entdeckt hatte, das Boot habe jedoch das Land noch nicht erreicht. Die Immigranten sollen in ein Aufnahmelager auf der Insel untergebracht und dann abgeschoben werden.

250 Flüchtlinge auf Kanaren
Auch die Flüchtlingswelle auf die kanarischen Inseln reißt nicht ab: Insgesamt 250 Afrikaner ohne Pass landeten mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in drei Booten an der Südküste Teneriffas und auf der Nachbarinsel La Gomera. Einige von ihnen litten unter Unterkühlung und Austrocknung. Unter den Bootsinsassen waren auch zwei Kinder, wie die Behörden berichteten.

Das erste Boot mit 83 illegalen Immigranten gelangte gegen 1.00 Uhr an den beliebten Surfer-Strand El Medano. Sie waren aus der portugiesischen Ex-Kolonie Guinea Bissau im Westen Afrikas geflüchtet und hatten zehn Tage in dem 20 Meter langen Holzboot verbracht. Die spanische Küstenwache entdeckte das zweite Schiff mit 77 Menschen an Bord gegen Mitternacht vor der Südküste der Kanareninsel. Am Morgen eskortierte sie das Boot in den Hafen von Los Cristianos, wo die illegalen Zuwanderer medizinisch betreut wurden.

Das dritte Flüchtlingsboot wurde gegen 13.30 Uhr in den Hafen von San Sebastian auf La Gomera gebracht. Es war von der Küstenwache gesichtet worden, als es mit leerem Tank auf dem Meer trieb. Drei der 90 Afrikaner an Bord mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Die größte Flüchtlingswelle gab es in diesem Jahr im Mai, als innerhalb von 24 Stunden fast 800 illegale Zuwanderer mit 13 Booten auf der Inselgruppe ankamen. Sie zählen zu jenen rund 11.000 Flüchtlingen, die seit Anfang 2006 auf die Kanaren gelangten - so viel wie niemals zuvor.
(apa)